LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Corona op Kölsch

Die Digitalen Medien haben für viele Rheinländer*innen in den vergangenen Wochen an großer Bedeutung gewonnen: Sei es als Möglichkeit den Schulunterricht ein wenig aufrechtzuerhalten, Videokonferenzen mit Kolleg*innen, Freund*innen und Familie abzuhalten oder per WhatsApp, Instagram und Co. Nachrichten und Bilder über den Ausnahme-Alltag auszutauschen (mehr dazu hier).

Und auch wenn die Bilder- und Videoflut bei Telegram, Threema oder WhatsApp bisweilen ein wenig nervt: Es gibt auch echte Hingucker!

Eine Sammlung von kölschen Begriffen für Gesichtsmaske

Seit dem 27.4.2020 gilt in NRW für viele öffentliche Orte eine Maskenpflicht, seit Wochen wird in den Medien und in persönlichen Gesprächen viel über das Für und Wider der Mund-Nasen-Schutze diskutiert. Dass das nicht nur auf Hochdeutsch geht, macht die Zusammenstellung "Maske op Kölsch", die durch die Sozialen Medien kursiert, sehr schön deutlich. Richtig gut kommt das neue Accessoire dabei nicht weg: Es erschwert das Reden und Verstehen (Nuscheltüüt), das Kölschtrinken (Kölschfilter) und das Küssen (Bützjekondom), zusammengefasst, ein Drissding. Aber, den Rheinländer*innen wird ja eine positive Grundeinstellung nachgesagt, es gibt durchaus auch positive Seiten: Popel werden aufgefangen (Mömmesfänger), Viren und anderes gefiltert (Filtertüüt) und bei feuchter Aussprache (Seeferlätzje) oder gar Erbrechen (Speibüggel) dient es zum Auffangen.

Man sieht, die Corona-Pandemie erweitert den deutschen Wortschatz nicht nur um englische Lehnwörter, wie man angesichts der häufigen Verwendung von Begriffen wie social distancing, lockdown und home-schooling meinen könnte, sondern auch die Dialekte und Regiolekte steuern ihren Teil dazu bei.

Ein weiteres Zeugnis dafür ist das neue Lied der Kölner Band BAP: In "Huh die Jläser, huh die Tasse" zollt Wolfgang Niedecken häufig "unsichtbaren" Helden wie Krankenpfleger*innen, Mitarbeiter*innen der Müllabfuhr und Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren Respekt. Und das klingt so:

Das Lied ist zwar bereits vor dem Ausbruch von Covid-19 in Deutschland entstanden, hat dadurch aber natürlich rasant an Aktualität gewonnen. Das lassen die Musiker im Video sichtbar werden: Hier werden Fotos von Alltagsheld*innen eingeblendet, die die Band von ihren Fans erhalten hatten.

Man sieht: Das Kölsche ist ein äußerst vitaler Dialekt, der seinen Sprecher*innen auch in neuen Situationen eine große sprachliche Ausdrucksmöglichkeit bietet, wenn sie nur ein wenig kreativ werden!