LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Strukturwandel im Rheinischen Revier – Vermittlungskonzepte für eine Region im Umbruch

Die als "Rheinisches Revier" benannte Region im südwestlichen Rheinland ist seit Jahrhunderten durch den Braunkohletagebau geprägt: Ein gravierender Wandel der Kulturlandschaft, Umsiedlung und Industrialisierung prägen den Alltag, die Arbeitswelten und soziale Strukturen ebenso wie Politik und gesellschaftliche Diskurse. Aktuell wird durch den Klimawandel und die gesellschaftlichen Herausforderungen, die damit einhergehen, eine Beschleunigung eigentlich langfristigeren Veränderungshandelns sichtbar. Die politische Entscheidung zum beschleunigten Ausstieg aus der Kohleförderung und -verstromung bis 2038 betrifft die Menschen der Region in ihren aktuellen Lebenszusammenhängen und Zukunftsplanungen existenziell. Diese als "Strukturwandel" zusammengefassten Umbrüche und komplexen Phänomene sind dramatisch und ziehen inzwischen vielfältige Aufmerksamkeit aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft auf sich. Mit einstimmigen Beschluss vom 16. Dezember 2019 hat der Landschaftsverband Rheinland hier Position bezogen. Entwickelt wurde ein Projekt, um in der gerade beginnenden Restrukturierung einer ganzen Region seine Kompetenzen in Bezug auf Industriekultur, Erinnerungskultur, Archäologie und Kulturerbe einzubringen. Zentrale Ziele sind die Dokumentation und nachhaltige Sicherung von kulturellem Erbe, die Entwicklung einer nachhaltigen, analog wie digital konzeptionierten Vermittlungsstrategie von Wissensbeständen zum regionalen Kulturerbe und die Erforschung erinnerungskultureller Positionen.

Foto: Tagebau Blick von Südwesten über das Tagebaugebiet Garzweiler, © Silvia Margrit Wolf, LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland Foto: Schwarz-weiß, leere Dorfstraße Hauptstraße in Lich-Steinstraß, © LVR-ILR

Die Zusammensetzung des Kooperationsprojekts (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, LVR-Amt für Denkmalpflege und LVR-Industriemuseum) zeigt den ganzheitlichen Ansatz des Vorhabens: Es umfasst einen Zeitraum vom Beginn der Besiedlung der Region in der Steinzeit bis in die Gegenwart, räumlich das gesamte Rheinische Revier, also die Region zwischen Köln, Aachen Mönchengladbach und Zülpich, thematisch geht es um Architektur und Landschaft, Agrar- und Industriekultur, Wirtschaft- und Sozialgeschichte sowie materielle und immaterielle Kultur. Zentral wird die Reflexion des Kulturerbebegriffs in Leben mit Umbrüchen sein, über den menschliches Handeln in seinen Materialitäten und sozialen Bezügen aus der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft transformiert wird. Das Projekt vermag so identitätsreflektierend wirksam zu werden.

Es gibt vielfältige Bezüge zum bereits laufenden ILR-Projekt "Zur Rolle des kulturellen Erbes in Strukturwandlungsprozessen. Die Dörfer der Erkelenzer Börde".

Projektteam

Alrun Berger, M.A. (Projektkoordinatorin; Historikerin)

LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
Projekt "Strukturwandel im Rheinischen Revier"
Koordinatorin
Endenicher Straße 133
53115 Bonn
Tel 0228/9834-253
Fax 0228/9834-119
Alrun.Berger@lvr.de

Forschungsschwerpunkte

Deindustrialisierungsgeschichte, Erinnerungsgeschichte, Geschichte sozialer Bewegungen

Akademischer Werdegang

Seit Oktober 2020
Wissenschaftliche Referentin am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

Januar 2019 – Mai 2020
Wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschung und Lehre an der Ruhr-Universität Bochum/Institut für soziale Bewegungen

April 2016 – Dezember 2018
Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Bearbeiterin des Kooperationsprojekts "Zeit-Räume Ruhr" (Erinnerungsorte des Ruhrgebiets) an der Ruhr-Universität Bochum (Förderung: Regionalverband Ruhr, Land NRW; Projektpartner: Ruhr Museum, Institut für soziale Bewegungen/RUB)

September – Dezember 2017
Stipendium im Rahmen des European Union’s Marie Curie International Exchange Scheme Project "SPECTRESS" (Social Performance, Cultural Trauma and the Reestablishing of Solid Sovereignities), Forschungsaufenthalt an der Yale University, Center for Cultural Sociology, New Haven, USA

Februar 2017
Forschungsaufenthalt/Workshopteilnahme im Rahmen des Kooperationsprojekts "History, Memory, and Social Movements" an der University of Melbourne, School of Historical and Philosophical Studies, Melbourne, Australien

2016
Stipendium der RUB Research School (International Realisation Budget, IRB)

April 2015 – heute
Promotion an der Ruhr-Universität Bochum/Neuere Geschichte zum Thema "Die Erinnerungsräume der westdeutschen Friedensbewegung (1958-1968)"

Juni 2014 – Mai 2016
Projektkoordinatorin und -betreuerin des internationalen Lehrprojekts "Industrial Heritage in South Wales and the Ruhr" an der Ruhr-Universität Bochum (Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Mai 2014
Master of Arts, Ruhr-Universität Bochum

2012 – 2014
Private Forschungsassistentin Prof. Dr. Benjamin Ziemanns, University of Sheffield, Department of History (von Bochum aus)

2011 – 2014
Studentische Mitarbeiterin am Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum

2010 – 2014
Masterstudium der Geschichte mit Ergänzungsbereich Soziologie an der Ruhr-Universität Bochum und Humboldt-Universität zu Berlin

November 2009
Bachelor of Arts, Ruhr-Universität Bochum

März – April 2008
Studien-/Sprachaufenthalt im Rahmen eines Universitätsprogramms an der Staatlichen Universität für Verkehrswesen Moskau, Russland

2006 – 2009
Bachelorstudium der slawischen Philologie und Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum

Publikationen

Erfolgs- versus Verlustgeschichte? Eine theoretische und praktische Annäherung anhand industriekultureller Bemühungen im Ruhrgebiet und in Südwales, in: Deutsches Technikmuseum Berlin 3 (2019), S. 14-17.

"Für'n Tacken Gemischtes" - das frühe "Facebook" des Reviers. Erinnerungsort Trinkhalle, in: S. Berger / U. Borsdorf / L. Claßen et. al. (Hg.): Zeit-Räume Ruhr. Erinnerungsorte des Ruhrgebiets, Essen 2019, S. 614-632.

Die Onlineplattform www.zeit-raeume.ruhr. Erinnerungsorte im Netz, in: S. Berger / U. Borsdorf / L. Claßen et. al. (Hg.): Zeit-Räume Ruhr, Essen 2019, S. 906-915.

The Historical Cultures of the 1960s’ West German Peace Movement: A Learning Process?, in: S. Berger and C. Cornelissen (ed.): Marxist Historical Cultures and Social Movements in Western Europe during the Cold War. Case Studies from Germany, Italy and Other Western European States, London 2019, S. 187-216.

Rez. zu: History is unwritten. Linke Geschichtspolitik und kritische Wissenschaft. Ein Lesebuch, in: Mitteilungen des Archivs der Arbeiterjugendbewegung, 2016-I, S. 38-42.

Konferenzbericht: Reconsidering the Political in Contemporary History, 04.03.2016 – 05.03.2016 Berlin, in: H-Soz-Kult, 04.10.2016, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=6725&view=pdf&pn=tagungsberichte&type=tagungsberichte.

Konferenzbericht: Marxistische Geschichtskulturen und soziale Bewegungen während des Kalten Krieges in Westeuropa, 29.09.2014 – 01.10.2014 Loveno di Menaggio, in: H-Soz-Kult, 05.05.2015, http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5970.

"Smartphone, also bin ich?" Versuch einer Kritik anhand Paul Virilios Dromologie, Studienarbeit, Norderstedt 2013.

Vorträge (Auswahl)

06/2019
"Just familiar narratives? A web page for the places of memory of the Ruhr’s inhabitants", 3rd Annual Conference of the Memory Studies Association, Complutense University Madrid, Spanien.

10/2018
"Zwischen Zeitlichkeit und Erinnerung: Eine theoretische und praktische Annäherung anhand der Erinnerungslandschaften des Ruhrgebiets und Südwales" (Keynote), 6. Berliner Forum für Industriekultur und Gesellschaft, Deutsches Technikmuseum Berlin.

06/2018
"Erinnerungsorte im Netz", Vortrag und Moderation einer Gesprächsrunde mit Nutzerinnen und Nutzern des Onlineportals www.zeit-raeume.ruhr, Konvent „ZEIT-RÄUME RUHR“, Zeche Zollverein, Essen.

05/2018
"Industrielles Erbe als Erinnerung – Das Ruhrgebiet und Südwales", Tagung "Industrielles Erbe – Bedeutung und Visionen für NRW" der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Maschinenhalle der Zeche Zweckel, Gladbeck.

Tilmann Bruhn, M.A. (Museumswissenschaftler, Kulturanthropologe)

LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
Projekt "Strukturwandel im Rheinischen Revier"
Endenicher Straße 133
53115 Bonn
Tel 0228/9834-252
Fax 0228/9834-119
Tilmann.Bruhn@lvr.de

Forschungsschwerpunkte

Materielle und immaterielle Kultur, Erinnerungskultur, Sammlungstheorie, Historische Museologie, Körperkulturen

Beruflicher Werdegang

Seit Dezember 2020
Wissenschaftlicher Referent (Kulturanthropologe, Museologe) beim LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

2020
Mitarbeiter im Projekt Creative Collections, Badisches Landesmuseum Karlsruhe

2019
Mitarbeiter im Referat Restaurierung, Badisches Landesmuseum Karlsruhe

2017-2019
Wissenschaftliches Volontariat im Referat Volkskunde, Badisches Landesmuseum Karlsruhe

2016-2017
Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Museumswissenschaft/Museum Studies, Europäische Ethnologie/Volkskunde (Master of Arts)

2012-2016
Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Museologie und materielle Kultur, Europäische Ethnologie/Volkskunde (Bachelor of Arts)

2006-2012
Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Kulturanthropologie, Ethnologie, Pädagogik (Magisterstudium)

Marian Fritz, M.A. (Historiker)

LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
Projekt „Strukturwandel im Rheinischen Revier“
Endenicher Straße 133
53115 Bonn

Tel 0228/9834-251
Fax 0228/9834-119
marian.fritz@lvr.de


Forschungsinteressen

(Post)kolonialismus und Globalgeschichte, Erinnerungskultur, Public History

Beruflicher Werdegang

Seit November 2021

Wissenschaftlicher Referent am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, Bonn

2017 - 2020

Masterstudium der Neueren Geschichte an der Universität zu Köln

September 2017 - Juli 2019

Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für die Geschichte Europas und des europäischen Kolonialismus, Historisches Institut, Universität zu Köln

2013 - 2017

Bachelorstudium der Geschichte und Ethnologie an der Universität zu Köln

Arne Cordes (Student. Mitarbeiter; angehender Historiker)

Telefon: +49 (0) 228 9834 -254

E-Mail: arne.cordes@lvr.de

Esra Kalkan (Student. Mitarbeiterin; angehende Kunsthistorikerin)

Telefon: +49 (0)228 9834 - 212

E-Mail: ezra.kalkan@lvr.de