LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Sammlung Schiffer

Fotosammlung zum Wandel der landwirtschaftlichen Arbeitswelt und Technik im Rheinland

Ein Mann sitzt auf einem alten Fendt-Traktor, der auf einem Feld steht. Das Bild ist scharz-weiß. Wolfgang Schiffer/LVR (110_188b/Archiv des Alltags im Rheinland) | Dieses Bild von einem Bauern auf seinem Deutz-Traktor wurde bereits für eine Publikation verwendet.

Im Jahr 2002 hat das LVR-Archiv des Alltags die sehr umfangreiche Fotosammlung von Dr. Wolfgang Schiffer übernommen, einem der renommiertesten Landwirtschaftsfotografen des 20. Jahrhunderts. Wolfgang Schiffer dokumentierte von 1950 bis 1990 auf unzähligen bundesdeutschen – insbesondere rheinländischen – Bauernhöfen, Feldern, Produktionsbetrieben und Hofläden den Wandel der landwirtschaftlichen Arbeitswelt und Technik. In Fachkreisen nannte man Schiffer auch „Das Auge der Landwirtschaft“, eines seiner Zitate lautet: „Ich sehe das fertige Bild schon vor mir, bevor ich den Auslöser drücke.“

Die aus 370.000 Einzelmotiven auf 10.000 Negativtaschen, 600.000 Papierabzügen und 700 Dias bestehende Sammlung ist für die Erforschung der Kultur und Geschichte rheinischer Agrarwelten der Nachkriegsjahrzehnte von höchstem Wert. Mit zahlreichen Schiffer-Bildern wurden bereits Ausstellungen durchgeführt und Publikationen veröffentlicht. Dazu zählen die Kalender „Ackerzeiten“ von 2005 bis 2012, die Bildbände „Bauernbilder“ von 2001 und „Ackern wie damals: die Deutz-Legende in Bildern“ von 2006 bzw. „Fendt-Legende“ von 2007 sowie „Bäuerinnen-Bilder“ aus dem Jahr 2008.

Um die Sammlung in ihrem ganzen Umfang wissenschaftlich nutzbar zu machen, wird sie stetig digitalisiert. Derzeit umfasst der digitale Bestand des LVR-Archivs des Alltags knapp 50.000 Schiffer-Bilder.

Wolfgang Schiffer hat nicht nur mit seiner Kamera das landwirtschaftliche Geschehen dokumentarisch festgehalten, sondern sich auch oft vor Ort mit den jeweiligen Bäuerinnen und Bauern fachlich ausgetauscht. Eine Besonderheit der Sammlung sind daher die vom Urheber mitgelieferten Kontextinformationen, die in maschinengetippter Form auf die Rückseiten einiger Fotos aufgeklebt sind und Aufschluss geben über die jeweils abgebildeten Maschinen oder Arbeitsprozesse.

Aktuell ist die Sammlung Schiffer Gegenstand eines Volontariatsprojekt in unserem Institut, das hinsichtlich der Erschließung der Fotos auf einen Methodenvergleich zwischen Citizen Science und künstlicher Intelligenz abzielt.