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Rheinischer Städteatlas Kaster

Kaster auf einem Blick

Kaster: Urkarte, 1821 (Ausschnitt) Kaster: Vogelschauplan, 1614 (Ausschnitt) Kaster: Topographische Karte, 1806/08 (Ausschnitt)

Lieferung XXI, Nr. 103, 2019
Bearbeiter: Wolfgang Löhr
Redaktion: Helmut Rönz
Kartographie: Esther Weiss
Böhlau-Verlag Köln
ISBN: 978-3-412-50896-8
Mappenformat: 28 x 40 cm
Preis: 25,00 €

Die Atlasmappe kann über den Böhlau-Verlag bezogen werden.

Gemeindedaten
Regierungsbezirk Köln, Rhein-Erft-Kreis, Stadt Bedburg

Geographische Lage
Kaster liegt in der Niederrheinischen Bucht im Unteren Mittelerft- und Erftmündungstal. Der Ortskern von Alt-Kaster befindet sich südwestlich der Mühlenerft auf einer Höhe von ca. 59–60 m ü. NN.

Geschichtliche Entwicklung
Im Mittelalter führte durch Kaster die wichtige Handelsstraße von Brabant an den Rhein, die nach Köln weiterging. Die Herren der an einem Erftübergang gelegenen Burg Kaster wurden erstmals 1148 erwähnt, deren Stammsitz diese Burg war. Diese diente seit 1263, nach der Übernahme Kasters durch Jülich als Grenzfeste gegenüber dem kurkölnischen Territorium. Von den meisten niederrheinischen Burgen unterscheidet sie sich, weil sie auf einem natürlichen Hügel angelegt wurde. Nach der Zerstörung durch Brand wurde ab 1553 die Burg unter Alessandro Pasqualini wieder aufgebaut.

Die Burgsiedlung fungierte als Keimzelle der Stadt. Als der Ort 1336 erstmals als opidum bezeichnet wurde, war der Stadtwerdungsprozess noch nicht ganz abgeschossen. Eine den Ort umschließende Mauer ist erst für Ende des 14./Anfang des 15. Jhs. nachweisbar. Die Stadtwerdung hing eng mit der fortifikatorischen und administrativen Bedeutung der Burg und deren Nutzung als Aufenthaltsort der Witwen der jülichschen Dynasten im 14. Jh. zusammen. Ende des 14./Anfang des 15. Jhs. wählten die Herzöge von Jülich Kaster zu einer bevorzugten Residenz.

Kaster wurde 1800 Mairie und 1816 Bürgermeisterei. Nachhaltig veränderte sich das unmittelbare Umland der Stadt ab den 1920er Jahren durch den Braunkohletagebau. 1954 wurde lediglich der Stadtkern Kasters davon ausgenommen. Ab 1959 entstanden zunächst südl. und westl. der mittelalterlich-frühneuzeitlichen Ortslage die Umsiedlungsstandorte für Epprath und Morken-Harff. Heute ist Kaster ein von der Bausubstanz des 17. und 18. Jhs. geprägter Ort und vermag viele Touristen anzuziehen.

Inhalt der Mappe
20 Seiten Textheft, 9 Tafeln mit 6 Karten und 7 Abbildungen

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