LVR-Institut für Landeskunde
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„April, April“ - „Am 1. April schickt man den Narren wohin man will!“

„Nessi im Rhein bei Köln gesichtet“ oder „die transsibierische Eisenbahn hat einen Sonderhalt in Bonn“- jeder ist schon mal darauf reingefallen, hat sich am ersten April zum „Narren gemacht“ und wurde so „in den April geschickt“. Vor allem für Kinder ist es ein besonderer Spaß Eltern und Lehrer am ersten April zu foppen. Doch auch Zeitungen, Radio und Fernsehen beteiligen sich zunehmend und können sich dabei auf eine recht lange Tradition berufen: Schon seit dem 17. Jhd. sind in Deutschland Aprilscherze bezeugt. Damals bereitete es besondere Freude, andere mit lustigen Aufträgen aus dem Haus zu schicken- zum „getrockneten Schnee kaufen“, „Hahneneier“ oder „Gänsemilch“ besorgen. Darauf bezieht sich wohl auch die bekannte Redensart „Am ersten April schickt man den Narren wohin man will“. Warum gerade der erste April zum Narrentag wurde, darüber streiten sich die Volkskundler. Wahrscheinlich war Karl IX daran schuld - er führte 1581 den Gregorianischen Kalender ein - das Neujahrsfest musste verschoben werden und zwar vom ersten April auf unseren ersten Januar. Natürlich führte das zu großem Durcheinander- die Protestanten weigerten sich zunächst mitzuziehen und wurden prompt zu „Narren erklärt“. Die „lustigen Aufträge“ sind Reste der weggefallenen Neujahrsgeschenke.

Eine andere Version ist, dass der Aprilscherz auf den Reichstag am 1. April 1530 zurückgeht. Damals sollte eine „Währungsreform“ beschlossen werden und viele Bürger hatten deshalb große Valutatspekulationen vorgenommen. Zu ihrem Ärger wurde der Münztag nicht eingehalten und so waren sie zum „Narren gehalten worden“. Und schon Goethe dichtete „Willst du den März nicht ganz verlieren, so lass nicht in April dich führen. Den ersten April musst überstehen, dann kann dir manches Gutes geschehen.“ Aber auch für Wetterkapriolen, schlechte Laune und überhaupt alles Unbeständige muss der April herhalten: „April, April, der weiß nicht was er will!“, „Du bist launisch wie der April“ oder „Du hast ein Gesicht wie Aprilenwetter“ sind uns heute noch geläufig.

Ob und wie wir allerdings in diesem Jahr medial in den April geschickt werden gilt es zu beobachten: Das Bundesministerium für Gesundheit hat in einem Twitter-Beitrag schon einmal vorsorglich davor gewarnt Aprilscherze über Corona zu machen, da sie zur Verunsicherung beitragen.