LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Digitale Ausstellung, Das Bistum Aachen im Nationalsozialismus. Eine Spurensuche in Biographien und Ereignissen

Das katholische Milieu im Bistum Aachen war bis 1933 in weiten Teilen im Verbandskatholizismus verankert. Dies hielt viele Katholiken nicht davon ab, sich dem NS-Regime dienstbar zu machen. Andere widersetzten sich oder übten gar Widerstand. Anhand von 30 Biographien und Ereignissen stellen wir in Kooperation mit dem Bistums Aachen, der Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang sowie der Abteilung für Geschichte der Neuzeit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn diese Handlungsmuster in ihrer ganzen Bandbreite zwischen Standhaftigkeit und Fanatisierung vor. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren unter anderem vom einfachen Kaplan, der mit der Gestapo zusammenarbeitet, vom Bischof, der sich um den Erhalt der Kirche müht, vom Gläubigen, der sich für seine jüdischen Nachbarn einsetzt und vom Katholik, der zum bekennenden Nationalsozialisten wird. Das Verhalten der Katholiken im Bistum Aachen lässt sich naturgemäß nicht in „Schwarz“ oder „Weiß“ abbilden. Die Ausstellung möchte zeigen, dass die historische Wirklichkeit komplexer und vielschichtiger, häufig von gebrochenen Biographien bestimmt war.

Die am 30. Juni 2019 eröffnete Ausstellung befindet sich in den Räumlichkeiten der Nationalparkseelsorge, einem sogenannten „Kameradschaftshaus“ auf der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Die Arbeit an solch einem „Täterort“ gab den Anlass für eine differenzierte, möglichst quellennahe Aufbereitung unterschiedlicher Biographien. Der Nationalparkseelsorge und den Projektpartnern war es wichtig, das komplexe Verhältnis von katholischer Kirche und Nationalsozialismus sowie die vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte erarbeiteten Inhalte auch in der praktischen Arbeit mit Jugend- und Besuchergruppen (selbstkritisch) nutzbar zu machen. Die Ausstellung ist in den Räumlichkeiten der Nationalparkseelsorge auf Tablets einsehbar. Ein großer Monitor stellt exemplarisch einzelne Biographien und Ereignisse vor und verknüpft diese mit theologischen Impulsen (Nationalparkseelsorge). Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden voraussichtlich 2021 in Buchform veröffentlicht.

Ort & Kontakt:

Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang GdG Hellenthal/Schleiden
Vogelsang 86a
53937 Schleiden
Telefon: 02444 5759987