LVR-Institut für Landeskunde
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    Karte, die die Verteilung der verschiedenen Wörter für Woche in Bonn zeigt

    Um die sprachliche Vielfalt der Stadt Bonn näher zu betrachten, wurde im Jahr 2011 eine Fragebogenerhebung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte (ILR) durchgeführt. Eine Frage dabei lautete: "Wie hört es sich an, wenn man bei Ihnen folgende Wörter im Platt ausspricht: Woche?" Die Antworten der Gewährspersonen bilden die Grundlage für die abgebildete Sprachkarte.

    Diese zeigt deutlich, dass die Variante Woch überall im Erhebungsgebiet dominiert. Etwa 95% aller Gewährspersonen aus Bonn gaben diese Bezeichnung an. Meldungen der beiden Varianten mit Diphthong – Weich und Wauch – sind hingegen sehr selten. Viele Gewährspersonen gaben an, dass diese veraltet seien oder früher verwendet wurden.

    Vor rund 160 Jahren war das noch anders gewesen: 1884/1885 verschickte der Sprachwissenschaftler Georg Wenker einen Sprachfragebogen an die Lehrer*innen des Landes, natürlich auch an jene in Bonn. Diese sollten ihm etwa den Satz "Er ist vor vier oder sechs Wochen gestorben." in den jeweiligen Dialekt des Ortes übersetzen. Zu dieser Zeit waren noch mehrere Formen – Woch, Wauch, Weich, Wäch – gängig, was von deutlicher Dialektvarianz zeugt. Im Jahr 2011 hatte sich hingegen schon die standardsprachliche Form Woch weitestgehend durchgesetzt. Allein im Stadtgebiet Nord (Graurheindorf, Auerberg, Buschdorf, Tannenbusch) meldeten noch einige Gewährspersonen die Variante mit Diphthong: Weich.

    Die Punktsymbole mit unterschiedlicher Farbeinteilung verweisen dabei auf die einzelnen Varianten: Woch (blau), Weich (grün), Wauch (pink) und Wäch (hellblau). Die Füllung des Punktes mit der jeweiligen Farbe verweist dabei darauf, wie viele Gewährspersonen in Prozent die jeweilige Variante nannten.

    Sarah Puckert

    Literatur: