LVR-Institut für Landeskunde
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    Wortkarte zu der Bezeichnung Spatz im Kreis Wesel

    Auf der Karte dominieren die roten (Mös/Mösch) und die blauen Symbole (Spatz). Mös, im Osten und Süden Mösch, geht auf lateinisch muscio zurück; das wiederum leitet sich von musca 'Fliege' ab. Mös/Mösch ist damit die älteste Bezeichnung in diesem Gebiet. Das Niederländische hat dasselbe Wort, das allerdings mus geschrieben wird. In vielen Dialekten hat Mös/Mösch heute jedoch die Bedeutung 'kleiner Vogel allgemein' angenommen, so dass der 'Sperling' anders bezeichnet werden musste. Am häufigsten ist in den Mundarten des Kreises Wesel heute Spatz zu hören, eine Entlehnung, die am Niederrhein ursprünglich nicht zu Hause war und dem Hochdeutschen zu verdanken ist.

    Im Jahr 2004 haben die Rheinische Post und die NRZ über eine Fragebogenerhebung des damaligen Amtes für rheinische Landeskunde (Landschaftsverband Rheinland) am Niederrhein berichtet; dabei wurden die Leser und Leserinnen zur Mitarbeit ermuntert. Im Anschluss gingen bei uns in Bonn zahlreiche Fragebögen ein, darunter besonders viele aus Bislich (13) und Voerde (9).

    Es liegen verschiedene Dialektkarten zu demselben Thema vor, die sich zum Vergleich heranziehen lassen: Goossens 1988, Dialekt à la carte 1993, Lausberg/Möller 2000. Ein längerer Kommentar zu der hier präsentierten Karte ist in Cornelissen 2006 zu finden.

    Georg Cornelissen

    Literatur: