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  • Klevisch und Kleverländisch

    Karte mit dem Sprachraum Kleverländisch und dem Terretorium Kleve

    Kleverländisch ist eine in der Dialektforschung benutzte Bezeichnung für einen bestimmten Dialektraum. Bezieht man die verwandten Dialekte in den Niederlanden mit ein, ergibt sich für Kleverländisch (niederländisch: Kleverlands) ein Areal, das auf dieser Karte rot umrissen ist. In den Niederlanden lassen sich die Dialekte des Raums Wehl, Nimwegen, Cuijk und Venlo dem Kleverlands (Kleverländisch) zurechnen. Dieses Grenzgebiet in der Form einer gespiegelten 7 verteilt sich über die niederländischen Provinzen Gelderland, Noord-Brabant und Limburg.

    Kleverländisch/Kleverlands wurde seinerzeit als Bezeichnung gewählt, weil dieser Dialektraum sich nicht unerheblich mit dem Territorium des früheren Herzogtums Kleve deckt; auf der Karte ist dessen Gebiet, wie es sich kurz vor dem Ende des 18. Jahrhunderts darstellte, blau eingezeichnet worden.

    Die Stadt Kleve und das Herzogtum desselben Namens gehörten im Ancien Régime zum Deutschen Reich, seit dem 17. Jahrhundert als Teil Brandenburgs und dann Preußens. In niederländischer und in niederlandistischer Perspektive hat die Bezeichnung Kleverlands daher einen ganz anderen Hintergrund als in preußisch-deutscher Sicht. Das ist zu berücksichtigen, wenn Kleverlands (ob nun als Bezeichnung für eine Dialektgruppe im Osten der Niederlande oder für einen grenzübergreifenden Dialektraum) wohl seltener verwendet wird als Kleverländisch (für Dialekte in Deutschland oder beidseits der Grenze).

    Georg Cornelissen

    Literatur: