LVR-Institut für Landeskunde
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  • heftig regnen III: pladdern/tröötsche

    Sprachkarte zur Verbreitung mundartlicher Bezeichnungen für regnen nach deren Klang

    Bei einer Erhebung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte (ILR) aus dem Jahr 2011 wurden die Gewährspersonen gefragt, was sie für 'heftig regnen' in ihrem Dialekt sagen (vgl. auch Karte heftig regnen I: plästere/schiffe/siffe). Auf der abgebildeten Sprachkarte finden sich von den Gewährspersonen genannte Bezeichnungen, deren Bedeutung jeweils das Geräusch des Klanges wiedergibt: pladdern etwa bedeutet 'klatschend regnen' (RhWB, Band 6, Sp. 917), trötschen dann 'mit lautem Geräusch herabprasseln' (RhWB, Band 8, Sp. 1403). Auch klatern 'mit Geprassel hinfallen' (RhWB, Band 4, Sp. 642), klatschen 'gegen etwas hinschlagen' (RhWB, Band 4, Sp. 643) sowie platschen 'mit einem klatschenden Geräusch hinfallen' (RhWB, Band 6, Sp. 938f.) spiegeln den Klang herabfallenden Regens wieder.

    Auf dem Kartenbild werden deutliche Verbreitungsgebiete der einzelnen Varianten pladdern, trötschen, klatern, klatschen und platschen sichtbar: Am Niederrhein dominiert rechtsrheinisch pladdern (blau). Belege dieser Variante, die früher weiter verbreitet war (RhWb, Band 6, Sp. 917), finden sich auch in Kleve-Kellen (pladdern) und Kerken-Aldekerk (pladdern) sowie in Wiehl-Bielstein (pläddern) im Bergischen Land.

    Von Geldern-Walbeck (et klatert omoendeg) und Rheurdt (klaatere) entlang der Grenze zu den Niederlanden bis zum Selfkant überwiegt hingegen klatere (orange), ab Viersen schließt dann ein Gebiet an, aus dem hauptsächlich klatsche (grün) gemeldet wurde. In Neuss (et klatscht) und Düsseldorf-Benrath (et es am klätsche) sowie weiter nach Süden bis Titz (klatscht, et klatsch, et klätsch) und Aachen (et klatscht) nannten Gewährspersonen diese Variante. Bei Bonn (am klatsche, klatsche) und Zülpich-Dürscheven (et klatsch) sowie in Wachtberg-Fritzdorf (klatschen) und Blankenheim-Dollendorf (klatsche) werden ebenfalls Belege dieser Variante sichtbar. Im Süden des Erhebungsgebietes meldeten Gewährspersonen schließlich vorwiegend tröötsche (gelb): In Hellenthal-Kreuzberg gaben sie trätsche an, in Alfter dann trötsche, in Wiehl und Waldbröl ist tröötschen belegt. Das tröötsche-Gebiet erstreckt sich von Hellenthal-Kreuzberg über Schleiden-Gemünd und Alfter bis nach Waldbröl und Wiehl im Bergischen Land. Nennungen für platsche (rot) sind hingegen nur vereinzelt im gesamten Erhebungsgebiet zu finden: So meldeten Gewährspersonen aus Mönchengladbach-Venn und Eschweiler-Röhe platsche, aus Solingen dann platscht sowie aus Jüchen-Hochneukirch platsche und pladche. Auch in Köln-Nippes gaben Gewährspersonen platschen an. Dabei sind die Verbreitungsgebiete dieser Varianten deutlich kleiner als diejenigen auf der Sprachkarte zu plästere und schiffe.

    Grundlage der Karte sind die Antworten der Gewährspersonen der Erhebung aus 2011. Jedem Ort, aus dem ein oder mehrere Fragebogen beim ILR eingingen, entspricht ein Symbol auf der Karte. Wo eine der Varianten dominiert oder häufiger als andere gemeldet wurde, ist das entsprechende Symbol kartiert (siehe Legende). Einen Punkt in lila erhielten Orte, wenn es für zwei oder mehr Varianten die gleiche Anzahl von Belegen gab oder Wörter genannt wurden, die auf keiner der Sprachkarten zu 'heftig regnen' (plästere/schiffe und schödde/jeeße) zu finden sind. Das können etwa Belege wie et fällt drütt (Goch-Asperden, Geldern-Veert), et es am sauen (Mönchengladbach), et es am pliestere (Jülich), schure (Bad Münstereifel-Iversheim) oder am klodsche (Bonn-Muffendorf) sein.

    Zwei weitere Sprachkarten stellen zum einen die Verbreitung der im Regiolekt verbreiteten Bezeichnungen schödde und jeeße dar, zum anderen die Varianten plästere und schiffe.

    Sarah Puckert

    Literatur: