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  • Dialekt à la carte: (er) machte

    Karte mit der Verbreitung der unterschiedlichen Formen für (er) machte Grammatikkarte "(er) machte" aus dem Dialektatlas Westmünsterland – Achterhoek – Liemers – Niederrhein

    Während die Vergangenheitsformen des Verbs machen/maken in den beiden Standardsprachen 'schwach' gebildet werden, also mit einem Dentalsuffix wie im Falle von proberen/probeerde oder stopfen/stopfte, findet sich in den meisten Dialekten unseres Erhebungsgebietes ein 'starkes' Präteritum; zwei Beispiele:

    Deutsch machenmachte
    Niederländisch makenmaakte
    Tolkamer makemiek
    Erle makenmeek

    Die kleverländische Form miek ist – auf beiden Seiten der Grenze – für das Gebiet zwischen Wehl und Rheinberg, zwischen Groesbeek und Brünen belegt. Daran schließt sich auf deutscher Seite ein meek-Areal an, das von Schermbeck im Süden bis nach Stadtlohn und Ammeloe im Norden reicht. Dagegen herrscht im niederländischen Achterhoek die schwache Bildungsweise mit dem hier typischen n-Suffix vor (maken bzw. – gutturalisiert – maakng); für Lichtenvoorde wurde, wie im Falle von 'probierte' und 'stopfte' wiederum das erweiterte Suffix (maakten) angegeben.

    Am östlichen Rand des erfassten Gebietes wird der Typ mook fassbar, der wohl ins benachbarte Münsterländische überleitet. Im Norden des Kreises Borken (zwischen Vreden, Wüllen, und Epe) gebraucht man die umgelautete Form möök.

    Die Formen mook und möök sind nach dieser Karte exklusiv deutsch. Zwei weitere Vergangenheitsformen (meekmaken) sind über ihr Verbreitungsgebiet auf jeweils einer Seite der Grenze hinaus in genau einem Ort auf der anderen Seite bekannt: meek (Winterswijk), maken (Ammeloe). Hier allerdings stehen sie in Konkurrenz mit der jeweils regional verbreiteten Entsprechung, Ammeloe: maken - meek, Winterswijk: meek - maken. Sieht man einmal von diesen beiden Ausnahmen ab, dann lässt die machte-Karte im Gebiet nordöstlich der Issel/Oude IJssel eine Arealbildung erkennen, die an der Staatsgrenze haltmacht, so dass die schwache Vergangenheitsform als niederländisch und die starken Formen meek, mook und möök als deutsch anzusprechen sind.

    Georg Cornelissen