LVR-Institut für Landeskunde
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    Dialekt à la carte. Dialektatlas Westmünsterland – Achterhoek – Liemers – Niederrhein. Hg. von/uitgegeven door Georg Cornelissen, Alexander Schaars, Timothy Sodmann. Unter Mitarbeit von/met medewerking van Christa Hinrichs. (= Rheinisches Deutsch, Band 5; Westmünsterland. Quellen und Studien, Band 3). Doetinchem/Vreden/Köln: Rheinland-Verlag 1993.

    Das Projekt "Dialekt à la carte: Dialektatlas Westmünsterland – Achterhoek – Liemers – Niederrhein (DWALN)" wurde Ende der 1980er Jahre als grenzübergreifendes Forschungsvorhaben ins Leben gerufen. Drei Institutionen waren daran beteiligt: das Staring Instituut (StI) im niederländischen Doetinchem, das Landeskundliche Institut Westmünsterland (LIW) in Vreden und das Amt für rheinische Landeskunde (ARL) in Bonn (inzwischen: LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte). Herausgeber waren Alexander (Lex) Schaars (StI), Timothy Sodmann (LIW) und Georg Cornelissen (ARL). Außerdem waren Jan Berns, Christa Hinrichs und Ludger Kremer beteiligt. Der Atlas gliedert sich in sechs thematisch ausgerichtete Kapitel.

    Ziel des Atlasses war eine Bestandsaufnahme der Dialekte im niederländisch-deutschen Grenzraum zwischen Enschede und Geldern, die, insbesondere vor dem Hintergrund der 'Öffnung der europäischen Grenzen' im Rahmen des Schengener Abkommens, die sprachliche Situation dieses Gebiets näher beleuchten sollte. Dabei war einerseits der Fokus auf die Elemente der alten Verwandtschaft zwischen den Dialekten beiderseits der Staatsgrenze gerichtet, andererseits sollten aber auch Ausmaß und Formen des heutigen Auseinanderwachsens untersucht werden. Denn es war davon auszugehen, dass sich die Ortsdialekte zunehmend sowohl zugunsten der sie jeweils überdachenden Hochsprache (Deutsch bzw. Niederländisch) veränderten, als auch zugunsten von Nachbardialekten innerhalb des eigenen Staatsgebiets. Grenzübergreifende Gemeinsamkeiten wurden dadurch zunehmend abgebaut, so die Vermutung.

    Insgesamt wurden in 60 Orten von Dialektsprechern und Dialektsprecherinnen (50-70 Jahre) Fragebögen ausgefüllt. Aus diesen Antworten entstanden 57 Punkt-Symbol-Karten, die im Anschluss gemeinsam mit einem Kommentarband publiziert wurden. Je nach abgefragtem Wort zeigen sich auf diesen Karten ganz unterschiedliche Bilder. So gibt es Karten, auf denen nach wie vor die ursprünglichen, grenzübergreifenden Zusammenhänge sichtbar werden, wie bei den Bezeichnungen für Kartoffel oder für Schubkarre. Insbesondere bei 'neueren' Wörtern wie Fernsehen oder Staubsauger bildet aber die Staatsgrenze auch eine Wortgrenze.