LVR-Institut für Landeskunde
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    Firmenschild des Fleischmarktes "Jupp Schlömer" Ne echte Kölsche Jupp - Fleischwarenfabrik Jupp Schlömer in Köln-Nippes

    Dass ein Name bzw. die Variante eines Namens in einer Region häufig vorkommt (und vermutlich beliebt ist), kann man daran erkennen, dass er in Sprichwörtern und Redensarten vorkommt. So verzeichnet das "Rheinische Wörterbuch" unter dem Eintrag zu Josef aus vielen rheinischen Orten Varianten der Neckverse Jupp, wo han se dech jeflupp ('geprügelt')? und Juppes, du Struppes, du zottlicher Bär, hättsde kä Framinsch, dann hätt ech dech ger! (RhWB, Bd. 3, Sp. 1200). Und die Redensart Wänn der rächte Jupp kütt, sät et Marieche jo findet sich in unterschiedlichen Wörterbücher aufgeführt (z. B. Wrede 2010,S. 419) – damit es auch gendergerecht zugeht, auch in der Variante Wenn de reite ('rechte') Maria kömmt, mott de Josef beden ('bieten, heiraten') (RhWb, Bd. 5, Sp. 1201).

    Wie sein "weibliches Pendant" Maria ist natürlich auch Josef ein biblischer Name (mit der Bedeutung 'er (Gott) fügt hinzu'), der insbesondere in katholischen Regionen wie dem Rheinland und in Bayern beliebt war. So kam es auch hier zur Bildung zahlreicher Koseformen wie Jupp, Juppi, Jüppche, Jüppke oder Juppes. Wie die statistischen Daten auf der Homepage www.beliebte-vornamen.de zeigen, war Josef bis in die 1950er Jahre ein gerne vergebener Vorname, der immer unter den 50 häufigsten Namen vorkam. Doch im Gegensatz zu Maria und vor allem den daraus entstandenen Varianten Marie und Mia warten Josef und Jupp noch auf ihr Comeback. 2018 liegt Josef deutschlandweit auf Platz 148 und auch in den rheinischen Städten kommt er nicht wesentlich häufiger vor. In Köln bekamen 2018 sieben Kinder den Erstnamen Josef/Joseph, ein Junge wurde mit Zweitnamen Jupp genannt (Offene Daten Köln, Vornamen 2018).

    Charlotte Rein

    Literatur:

    Bildnachweis: