LVR-Institut für Landeskunde
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    Der männliche Vorname Antonius kommt in seiner ganzen Länge in der rheinischen Alltagssprache wohl eher selten vor – sehr häufig sind dahingegen die zahlreichen Kurz- und Koseformen, die von ihm abgeleitet worden sind: Anton, Antun, Toni, Tunn, Tünn, Tönn, Tünnes, Tönnes, Tönnche, Tönneske und Tönntje verzeichnet beispielsweise das Rheinische Wörterbuch (Bd. 1, S. 202-204 ). Die vielleicht bekannteste rheinische Variante des Namens ist Tünnes, weit verbreitet vor allem durch die Kölner Originale Tünnes und Schäl, seit 1803 Hauptfiguren des Kölner Hänneschen-Theaters. Sie karikieren typische Bewohner Kölns: der Kölner Städter Schäl, listiger Lebemann mit Frack und Hut und eben Tünnes, vom Land zugezogener Bauer mit blauem Kittel und roter Nase.

    Bronzestatue "Tünnes" in Köln Bronzefigur "Tönnes" an der Kirche Groß St. Martin, Köln

    Als Tünnes kann in den Dialekten südlich der Uerdinger Linie allerdings nicht nur ein Träger des Namens Antonius angesprochen werden – auch ein etwas einfältiger und ungeschickter Mensch wird so bezeichnet. Diese Bedeutung von Tünnes hat vermutlich mit dazu geführt, dass die regionale Variante sich nicht zum eigenständigen, "offiziellen" Namen entwickelt hat (anders als z. B. Mia). 2017 bekam kein Kind in Köln diesen Namen, dahingehen wurden 68 Jungen Anton genannt (Platz 16). Dieser Name erfreut sich aktuell großer Beliebtheit, nicht nur im Rheinland.

    Alles andere als einfältig und ungeschickt ist allerdings der Kölner "Tünnes 54": So heißt das Entstörfahrzeug der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), das anrückt, wenn Schienen blockiert sind oder schwere Reparaturen vorgenommen werden müssen.

    Charlotte Rein

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