LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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    Der Name Trienekens ist einer der wenigen Familiennamen im Rheinland, der aus einem weiblichen (und nicht, wie so oft, aus einem männlichen) Vornamen entstanden ist. Er geht zurück auf den Rufnamen Katharina, der im Rheinland seit dem Mittelalter weit verbreitet ist, neben der Vollform auch in der Kurzform Triene. Wie an der Endung -ken zu erkennen ist, stammt der Name Trienekens vom Niederrhein: -ken entspricht nördlich der Benrather Linie der hochdeutschen Verniedlichungsform -chen. Wie viele Familiennamen aus männlichen Rufnamen (Peters, Frings, Mertens) ist auch Trienekens eine Genitivform: Trieneken plus s.

    Besonders häufig kommt der Familienname in den Kreisen Viersen und Kleve vor, weniger häufig auch in Wesel, Duisburg und Düsseldorf. Auch in den Niederlanden gibt es Träger und Trägerinnen des Namens. Die meisten von ihnen leben in Limburg, einige auch in Noord-Brabant. Hier zeigt sich einmal mehr die sprachliche Verwandtschaft zwischen den aneinandergrenzenden Regionen des Rheinlandes und der Niederlande (mehr dazu zeigt der Dialektatlas "Dialekt à la carte").

    Für die Entstehung von Familiennamen aus weiblichen Rufnamen wie Katharina kann es verschiedene Gründe gegeben haben. So gibt es parallel zu den Patronymika (Vaternamen) Metronymika, also Familiennamen, die vom Vornamen der Mutter abgeleitet wurden. Solche Mutternamen wurden beispielsweise vergeben, wenn die Frau einen deutlich höheren sozialen Status hatte als der Mann, wenn sie wohlhabender war oder aber wenn das Kind unehelich geboren wurde bzw. der Vater früh verstarb. Daneben konnte die Benennung bei Abhängigen auch nach dem Namen der Dienstherrin erfolgt sein. Und – gerade im Falle von Heiligennamen wie Katharina – konnte der Familienname auch auf den Namen einer Institution (z. B. eines Klosters) oder einer Örtlichkeit zurückgehen, die nach dieser Schutzpatronin benannt war.

    Charlotte Rein

    Literatur: