LVR-Institut für Landeskunde
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    Sprachkarte zur Verbreitung der Varianten des Namens Köster(s)

    Die Karte zeigt die Verbreitung der unterschiedlichen Schreibvarianten und Lautungen des Familiennamens Köster(s). Am südlichen Niederrhein ist die Form Küster(s) am häufigsten, weiter nördlich und östlich entlang des Rheins überwiegt die Variante Köster(s)/Koester(s). In Dinslaken kommt zudem die Variante Kuster vor. Westlich der deutschen Staatsgrenze, in den Niederlanden, begegnet man nur Familien, die Namenvarianten ohne Umlaut tragen: Koster und Kuster. In Emmerich, sehr nah an der deutsch-niederländischen Grenze, kommt die Form Koster ebenfalls vor.

    Der Familienname geht auf eine Berufsbezeichnung zurück: Bereits im Mittelalter wurde derjenige Geistliche, der in einem Kloster oder einem Stift die Pfarrgeschäfte führte und alle für die Kirche notwendigen Besorgungen vornahm, als kuster, küster, koster oder kustor bezeichnet (die Formen mit Umlaut treten erst ab dem 15. Jahrhundert auf). Hieraus hat sich das neuhochdeutsche Wort Küster (und Küsterin) entwickelt, als solche werden auch heute noch diejenigen Mitarbeiter*innen einer Gemeinde bezeichnet, die sich um die Vorbereitung der Gottesdienste, die Betreuung der Sakristei und weitere, allgemeine Aufgaben in der Kirche kümmern. Seinen Ursprung hat das Wort im mittellateinischen Wort custor 'Wächter'. Auch nördlich der Benrather Linie, im mittelniederdeutschen Sprachraum, gab es seit dem Mittelalter ein vergleichbares Wort: koster, kuster. Aber auch wenn die Wörter gleichbedeutend sind und in einigen Formen gleich lauten, das mittelniederdeutsche Wort hat einen anderen Ursprung. Es geht vermutlich zurück auf mittellateinisch *costurarius 'Aufseher der liturgischen Gewänder'. In den heutigen Familiennamen ist allerdings nicht mehr zu trennen, welche lateinische Wurzel dem jeweiligen Namen zugrunde liegt.

    Während die Varianten Köster und Küster in der gesamten Nordhälfte Deutschlands vorkommen (im Süden war lautete die Berufsbezeichnung Messner, dementsprechend überwiegen dort Namen, die hierauf zurückgehen), sind Menschen mit den Namen Küsters und Kösters hauptsächlich im Rheinland anzutreffen. Bei der s-Endung handelt es sich um die Genitivform, eine Bildungsweise, die gerade am Niederrhein bei sehr vielen Familiennamen vorkommt, sowohl bei Namen, die auf Berufsbezeichnungen zurückgehen als auch bei Patronymen und Metronymen: Beckers, Mertens, Trienekens.

    Charlotte Rein

    Literatur: