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    Die Analyse des Namens Höttges hinsichtlich seiner "Bauform" ist wohl nicht schwierig: Die erste Silbe enthält die Namenwurzel, während sich die zweite Silbe als ein Verkleinerungselement darstellt, das dann noch ein Genitiv–s bekommen hat.

    Welche Wurzel verbirgt sich aber in Hött-? Im großen "Deutschen Familiennamenatlas" (Band 2, S. 682) werden zwei Lösungsmöglichkeiten angeboten: Es könnte sich um einen alten Rufnamen handeln, wie er etwa auch in Hodger vorkommt. Dieses Hod, altsächsisch hōda, bedeutete 'Wache'. Eine zweite Deutungsmöglichkeit setzt bei Hot 'Hut' an. Damit könnte der Name früher einmal zu einem Hutmacher gehört haben, er wäre also als indirekter Berufsname zu deuten.

    Der Familienname Höttges kommt vor allem am südlichen Niederrhein (und ebenfalls jenseits des Rheins im Bergischen) vor. Am südlichen Niederrhein trifft man auch auf Namen wie Hüsges (auch Hüskes), Strötges oder Büschkes. Die "Bauform" ist wohl dieselbe. Vielleicht darf man annehmen, dass in Hüsges 'Haus' (Hus) steckt und in Strötges 'Straße' (Strat, Strot). Damit böte sich ein Anhaltspunkt dafür, dass Höttges auf 'Hütte' (Hött) zurückgehen könnte. Warum dann aber vor Jahrhunderten jemand nach dem/einem 'Haus', der/einer 'Straße' oder der/einer 'Hütte' benannt worden ist, bleibt offen. Die Hött kommt auch in anderen Namen im Rheinland vor, wie zum Beispiel im Namen einer Filiale des Discounters PENNY: Op de Hött.

    Horst-Dieter Höttges hat lange Jahre für Werder Bremen Fußball gespielt, er war auch deutscher Nationalspieler. Dass er kein geborener Hanseat ist, legt schon sein Familienname nahe. Er stammt aus Mönchengladbach.

    Georg Cornelissen

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