LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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    Nicht immer kann die Herkunft und die Bedeutung eines Familiennamens eindeutig geklärt werden, denn in manchen Fällen können unterschiedliche Ursprünge in der Gegenwart zum gleichen Ergebnis – das heißt zum gleichen Nachnamen – führen. Das ist der Fall bei Grommes, einem Namen, der vorwiegend im südlichen Rheinland und in der Eifel sowie im Osten von Belgien und Luxemburg vorkommt.

    Er lässt sich zum einen auf den männlichen Personennamen Hieronymus (griechisch hierós 'heilig, geweiht' und ónoma 'Name') zurückführen, von dem Grommes eine regionalsprachliche Kurzform ist (die in einigen Dialekten des Rheinlandes Jrommes gesprochen wurde, s. Aussprache von 'j' als /g/). Damit ist der Familienname vergleichbar mit den Patronymen Dahmen, Lamers oder Klasen und dem Metronym Trienekens, die alle ebenfalls auf dialektale Varianten von Rufnamen zurückgehen.

    Zum anderen kann man aber auch annehmen, dass Grommes auf den Familiennamen Grundmann zurückgeht. Bei Grundmann handelt es sich um einen personalisierten Wohnstättennamen: So wurde jemand benannt, der in der Nähe eines Grundes, also eines Tals oder einer Schlucht wohnte (mhd. grunt + Suffix -mann). Dieser Name ist heute noch am Niederrhein und im Ruhrgebiet verbreitet. Grommes kann als eine verschliffene, zusammengezogene Form von Grundmann im Genitiv (-s) gedeutet werden. Auch die lange Form Grundmann kommt im Genitiv vor: Menschen mit dem Namen Grundmanns gibt es allerdings nur wenige in Deutschland, die allermeisten von ihnen wohnen auf der linken Rheinseite zwischen Euskirchen und Viersen.

    Welche der beiden Erklärungen für den Nachnamen einer spezifischen Familie zutrifft, kann letztendlich – wenn überhaupt – nur durch (mühevolle) Analyse von historischen Dokumenten herausgefunden werden.

    Charlotte Rein

    Literatur: