LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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  • Becker(s)

    Karte, die die Verbreitung des Namens

    Der Familienname Becker(s) ist natürlich von der Berufsbezeichnung des Bäckers abgeleitet, er gehört also zu den niederrheinischen Berufsnamen wie Schönmackers ('Schuhmacher') oder Mölders ('Müller').

    Der Name kommt im Rhein-Maas-Gebiet an beiden Seiten der Grenze vor. Auf der Karte ist der Raum zwischen Neuss und Arnheim zu sehen. Für jeden der 22 Orte wurden die beiden heute am häufigsten belegten Namenvarianten berücksichtigt. So kommt in Kleve etwa Becker (rot) am häufigsten vor, auf Platz zwei liegt dort Beckers (orange). In Viersen verhält es sich umgekehrt. Das Material für diese Namenkarte wurde durch die Auswertung von Telefonbüchern (der Jahre 2003-2006) gewonnen.

    Die Variante Beckers hat ein Genitiv-s wie auch Hendricks, Jacobs oder Heinrichs. Sie ist, wie die Karte zeigt, besonders im Süden zuhause (Viersen, Schwalmtal, Roermond). Im Norden herrschen Becker (rot) bzw. Bakker (grün) vor, dabei markiert die Staatsgrenze eine recht scharfe Trennlinie zwischen diesen beiden Varianten.

    Becker ist eine alte regionale Schreibform, die sich also am Niederrein gut behauptet hat. Denkbar wäre ja auch gewesen, dass sie gegen Bäcker (gelb) ausgetauscht worden wäre.

    Jenseits der Grenze ist altes Becker offenbar recht oft durch Bekker (violett) oder sogar Bakker (grün) ersetzt worden. Im Falle von Bekker taucht anstelle der alten Buchstabenkombination ck ein kk auf, wie es heute im Niederländischen verlangt wird. Doch ist offenbar in vielen Fällen das ganze Wort ausgetauscht worden: Der Name Bakker stimmt mit der Bezeichnung des Bäckers in der niederländischen Standardsprache vollständig überein.

    Georg Cornelissen

    Literatur: