LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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    "Entschuldigung, wo finde ich denn bitte die Hauptstraße?" – Diese Frage könnte überall in Deutschland gestellt werden, denn Hauptstraße ist mit über 8.000 Vorkommen der häufigste Straßenname im Bundesgebiet. Ähnliches gilt für Dorfstraße (etwa 7.000), Schulstraße (etwa 5.500) und Bahnhofstraße (etwa 5.000). Doch neben solch allgemeingültigen Benennungen stehen auch bei Straßennamen regionaltypische Varianten, die in einigen Gegenden Deutschlands sehr viel häufiger (oder sogar ausschließlich) vorkommen, als in anderen.

    Dies kann daran liegen, dass eine Straße nach einem nahegelegenen Ort benannt ist: So befinden sich die meisten Straßennamen mit dem Bestandteil Köln (z. B. Alte Kölner Straße, Kölner Weg) in der Region rund um die rheinische Metropole, Straßennamen, die Frankfurt (Alte Frankfurter Straße, Frankfurter Landstraße) beinhalten, sind dahingegen in der Gegend der hessischen Bankenstadt besonders häufig. Andere regionalspezifische Straßennamen beruhen auf alten Flurnamen, d. h. auf Namen, die kleinräumige Teile der Landschaft wie Äcker, Wiesen, Quellen, Waldstücke oder Wege bezeichnen. Diese sind häufig sehr alt und spiegeln daher oft noch mundartliche Wörter wider, die es im Hochdeutschen nicht gibt.

    Recherchen zur Verbreitung von bestimmten Straßennamen sind heute durch die Digitalisierung umfangreichen Datenmaterials viel einfacher möglich als früher. Dies macht sich auch die Die Zeit zunutze. Das Tool Wie oft gibt es Ihre Straße? ermöglicht eine schnelle Suche und erstellt dazu tolle Kartenbilder (vgl. z. B. die Karte für Pütz und Pütt). Probieren Sie es selbst, zum Beispiel mit weiteren typisch rheinischen Straßenamen wie Bendenweg, Siepenstraße, Im Pesch oder In der Donk.

    Straßennamen im Rheinland

    Literatur

    • Peter Glasner: Lexikon der mittelalterlichen Straßennamen Kölns. Köln 2002.
    • Horst Naumann: Namen von Verkehrswegen und Plätzen. In: Andrea und Silvio Brendler (Hrsg.): Namenarten und ihre Erforschung. Ein Lehrbuch für das Studium der Onomasti. Anlässlich des 70. Geburtstages von Karlheinz Hengst. (= Lehr- und Handbücher zur Onomastik, Band 1). Hamburg 2004, S. 491-526.
    • Damaris Nübling/Fabian Fahlbusch/Rita Heuser: Namen. Eine Einführung in die Onomastik. Tübingen 2012.
    • Marion Werner: Vom Adolf-Hitler-Platz zum Ebertplatz. Eine Kulturgeschichte der Kölner Straßennamen seit 1933. Köln/Weimar/Wien 2008.