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    Eine Karte von Wuppertal mit seinen unterschiedlichen Stadtteilen Karte der Stadt Wuppertal mit ihren Stadtteilen

    Die Stadt Wuppertal ist eine vergleichsweise junge Stadt. Sie wurde 1929 gegründet, durch den Zusammenschluss der vormals selbständigen Städte Barmen, Elberfeld, Cronenberg, Ronsdorf, Vohwinkel und des Ortsteils Beyenburg der Gemeinde Lüttringhausen. Als eine Art Arbeitstitel wurde der neuen Ort als Barmen-Elberfeld benannt, eine Zusammensetzung der Namen der beiden größten Städte des neuen Verbundes. In der Folgezeit ging das Barmen-Elberfelder Stadtparlament auf Namensuche, um schließlich 1930 den neuen Namen Wuppertal aus der Taufe zu heben. Dieser wurde natürlich in Anlehnung an das Wuppertal, also das Flusstal, in dem die Stadt zum Teil liegt, vergeben. Im Gegensatz zu älteren Ortsnamen mit dem Grundwort -t(h)al wie beispielsweise Odenthal wurde die neuere Schreibweise ohne h gewählt.

    Dieser ist hinsichtlich seiner Bedeutung leichter zu durchschauen als manche jahrhundertealten Ortsnamen: Es handelt sich um eine Zusammensetzung des Flussnamens Wupper als Bestimmungswort mit dem Grundwort -tal. Der Flussname Wupper geht auf den, heute nur noch den Oberlauf dieses Flusses bezeichnenden, Namen Wipper zurück. Dieser wiederum leitet sich von einer dem heutigen Verb wippen zugrundeliegenden mittelniederländische Form ab, die schnelle Auf- und Abbewegungen bezeichnete, in diesem Fall die Bewegung des Wassers. (Mehr zum Flussnamen Wupper gibt es hier.)

    Das Grundwort -tal bedeutet im Althochdeutschen, wie auch heute noch, '(langgestreckte) Vertiefung im Gelände' und wird schon lange als Bildungselement für Ortsnamen verwendet. Besonders seit dem 17. Jh. wird das Grundwort gerne genutzt und auch im 20. Jahrhundert lässt sich, gerade bei Neubenennungen im Kontext von Gemeindereformen, die Verwendung weiterhin beobachten. So wurden neben Wuppertal beispielsweise auch die Städte/Gemeinden Nettetal,Schwalmtal und Swisttal nach dem Schema Flussname + -tal benannt.

    Weniger schnell zu durchschauen sind da die Namen der ehemaligen selbstständigen Städte, die den neuen Verbund bilden.

    Elberfeld beispielsweise ist in einem Beleg aus dem Jahr 1176 als Eluerfelde überliefert, eine Bildung mit dem gängigen Grundwort -feld 'offene Fläche, Acker' und dem Bestimmungswort Eluer -, wobei der Buchstabe u hier für einen Reibelaut f oder w steht. Zum einen lässt sich dieses auf mittelniederdeutsch elve 'Strombett, Fluss' zurückführen, alternativ gibt es die Deutung des Bestimmungsworts als Elfe/Elbe 'Natur-, Märchengeist von anmutiger Zartheit'. Somit kann man für Elberfeld entweder die Bedeutung 'Feld der Flussbewohner' oder aber 'Feld der Elfen' annehmen.

    Bei Barmen, erstmals 1160 als Barmon belegt, sind sich die Namenkundler einig: Hier liegt wohl mittelniederländisch barm 'Erhebung, Anhöhe, Anhäufung' zugrunde. Auch im Rheinischen Wörterbuch ist für das Wort Barn die Bedeutung 'hoher, regelrecht aufgeschichteter Haufen, Getreide-, Stroh-, Heuhaufen', mit der Aussprachevariante Barmen (für Solingen), angeführt. Für die Bedeutung des Ortsnamens kann somit etwa 'Siedlung auf einer Anhöhe/Erhebung' angenommen werden, vergleichbar beispielsweise zum Ortsnamen Barmstedt in Schleswig-Holstein.

    Karten, auf denen die Dialektunterschiede in den verschiedenen Stadtteilen Wuppertals sichbar werden, gibt es hier.

    Charlotte Rein

    Literatur:

    Bilnachweis: