LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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    Bei Hofnamen handelt es sich um eine sehr spezifische Gruppe von Namen, da sie als Bindeglied zwischen den Ortsnamen (Toponymen) und den Personennamen (Anthroponyme) angesehen werden können: Zwar bezeichnen sie ein landwirtschaftlich genutztes Gebäude, also einen Ort, häufig werden aber die Besitzer dieses Namens mit dem gleichen Namen bezeichnet oder der Hof ist nach seinen Besitzern benannt worden. Ob nun die Bewohner nach dem Hof oder der Hof nach seinen Bewohnern benannt worden ist, können nur historische Forschungen klären. Zu den Hofnamen werden auch die Namen von Katen (Katstellen, Kotten) gerechnet.
    Insgesamt können sechs Benennungstypen ausgemacht werden, nach denen Höfe benannt werden:

    1) nach dem Familiennamen des Besitzers: Benninghoffshof, nach der Familie Benninghoff
    2) nach dem Übernamen der Besitzer: Blindenhof, nach dem erblindeten Besitzer Gabriel Kern
    3) nach dem Vornamen der Besitzer: Baschishof nach dem Besitzer Sebastian Maurer
    4) nach dem Beruf des Besitzers: Schlosserhof nach dem Besitzer Johann Scherzinger, Schlosser
    5) nach bestimmten Eigenschaften des Hofes/des dazugehörenden Landes: Gut Lamerdriesch
    6) nach der Lage des Hofes: Kotten Freisewinkel

    Hofnamen im Rheinland

    Literatur

    • Milan Harvalík: Hofnamen. In: Andrea und Silvio Brendler (Hrsg.): Namenarten und ihre Erforschung. Ein Lehrbuch für das Studium der Onomastik. Anlässlich des 70. Geburstages von Karlheinz Hengst. (= Lehrbücher zur Onomastik, Band 1). Hamburg 2004, S. 415-425.