LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Internationaler Tag der Freundschaft

"Echte Fründe ston zesamme, ston zesamme su wie eine Jott un Pott. Echte Fründe ston zesamme, es och dih Jlück op Jöck un läuf dir fott. Fründe, Fründe, Fründe en dr Nut. Jon 'er hundert, hundert op e Lut. Echte Fründe ston zesamme, su wie eine Jott un Pott." (Höhner: Echte Fründe; das Video kann hier angesehen werden).

eine Frau und drei Männer stehen bei Sonnenauf-/untergang Arm in Arm an einem begrünten Abgrund mit Blick auf das Tal Echte Fründe

Die Höhner besingen mit ihrem Klassiker "Echte Fründe", wie wichtig Freundschaften sind. Schon im 8. Jahrhundert ist das Wort als friuntscaft, später dann als friuntscaft (11. Jahrhundert) und vriuntschaft belegt; in den rheinischen Dialekten taucht ‚Freundschaft‘ dann als Freundschaf(t), Freundschap und teilweise auch mit o statt a im Grundwort -schaft (Freundschoft) auf. Bis ins 16. und 17. Jahrhundert galt neben unserem heutigen Verständnis von Freundschaft auch ein enges Verwandtschaftsverhältnis als jenes, denn im Deutschen wurde sprachlich lange nicht zwischen erworbener und angeborener Freundschaft unterschieden. In vielen Dialekten ist 'Freund*in' auch heute noch häufig synonym mit 'Verwandte*r', so auch im Rheinland (RhWB, Band 2, Sp. 797f.). Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes war daher neben 'Vertrauensverhältnis' auch 'Blutsverwandtschaft':Fr. sein met em 'mit ihm verwandt sein', der es noch Fr. von uns; Leit die Fr. mat em sein 'Verwandte',

Auch in einzelnen Wendungen und Redensarten wird diese Bedeutung sichtbar: Mir hun en grouss Fr. 'Wir haben eine große Verwandtschaft' Mer kennt en aus user Fr. 'Man kennt ihn aus unserer Verwandtschaft.' Et bleift jo in der Fr. 'Es bleibt ja in der Familie/Verwandtschaft.'

Wie viele Menschen man auch immer zu seinem Freundeskreis, neudeutsch auch Clique (von französisch clique, Ableitung vom lautmalerischen Verb cliquer 'klappern, ein Geräusch machen‘, das auf die ursprüngliche Bedeutung ‚Gruppe, die ihre Zustimmung durch klatschen kundtut' referiert) zählt, wichtig sind diese Menschen allemal für unser (seelisches) Wohlbefinden, weswegen auch 2011 der Internationale Tag der Freundschaft ins Leben gerufen wurde. Auf Initiative der UNO-Vollversammlung vom 27.04.2011 wird seitdem am 30. Juli eines jeden Jahres der Tag der Freundschaft gefeiert; der von der UNO ins Leben gerufene Feiertag ist politisch motiviert und erinnert an die Bedeutung der Freundschaft zwischen Personen, aber vor allem an die Wichtigkeit der Freundschaft zwischen Ländern und Kulturen. Der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban-Ki Moon hat dann auch darauf hingewiesen, dass der Internationale Tag der Freundschaft gefeiert werden soll, um die Verbindungen zwischen den Ländern, die die Menschheit stärken, zu pflegen und das Wohlbefinden der menschlichen Familie zu fördern.

Ausdruck und Zeichen von Freundschaft können unterschiedlich sein – neben gemeinsamen Unternehmungen, gleichen Hobbies oder Geheimnissen, die Freund*innen miteinander teilen, tragen viele Menschen etwa Freundschaftsarmbänder (man denke nur an Wolfgang Petry…) oder befestigen ein Freundschaftsschloss an der Hohenzollernbrücke in Köln (mehr zu den Freundschafts- und Liebesschlössern können Sie hier (PDF-Datei, 7,45 MB) lesen).

Literatur:

Bildnachweis: