LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Ab in die Bütt!

Seit Wochen hat die Hitzewelle das Rheinland fest im Griff: Bis zu 40 Grad wurden in der Köln-Bonner Bucht in der vergangenen Woche gemessen. Kein Wunder, dass sich die Menschen im Rheinland auf der Suche nach Abkühlung sind! Eine Kölner Kneipe macht ihren Besucher*innen hierzu ein verlockendes Angebot:

Schiefertafel mit der Beschriftung "Eiskalte Fußbütt" In einer Kölner Kneipe; Fotografin: Charlotte Rein, LVR-ILR

Den meisten Rheinländer*innen wird sofort klar sein, was gemeint ist: ein Fußbad, serviert eben in einer Bütt. Bütt ist so etwas wie ein rheinisches Universalwort, jede Art von (Holz-)Fass, Zuber oder Bottich kann so genannt werden. Durch Hinzufügen eines Bestimmungsworts wird deutlich, wofür das Gefäß gebraucht wird: Waschbütt, Braubütt und natürlich auch die Karnevalsbütt. Als solche wird das Rednerpult bei einer Karnevalssitzung bezeichnet, wer "in die Bütt steigt" hält eine meist gereimte (kritische) Rede. Wie es zu dieser Bezeichnung kam, ist bis heute unklar, es gibt aber verschiedene Erklärungsansätze (Waschbütt, in der im übertragenen Sinne schmutzige Wäsche gewaschen wird, Bezug auf Diogenes in der Tonne, …).

Kinderkarnevalssitzung. Kinder kostümiert als Clown, Cowboy, Sonne... auf der Bühne. Kinderkarneval in Heimersheim, im Hintergrund die Bütt; Fotograf: Peter Weber, LVR-ILR

Das Wort Bütt geht auf lateinisch butina 'Bottich' zurück und die Germanen übernahmen es in den rheinisch-römischen Weinanbaugebieten von den Römern (vgl. DWDS). Von dort aus verbreitete es sich als Bütte bis nach Süddeutschland und England (butt 'Tonne').

Im Zuge des heißen Wetters der letzten Tage war noch eine andere Bütt im Rheinland sehr begehrt: In Bonn, Hürth und Willich gibt es Schwimmbäder, die so heißen.

Literatur: