LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Buchvorstellungen

Empfehlungen in alphabetischer Reihenfolge:

Ackermann, Herbert: Grefrather Mundartwörterbuch. Krefeld 2003.

Ein ungewöhnliches und außergewöhnliches Dialektlexikon: Wann erscheint schon einmal ein Wörterbuch für die Mundart eines Ortes in drei Bänden, mit 2172 Seiten? Es bietet eine unglaubliche Informationsfülle: Mehr als 22 000 Stichwörter werden behandelt. In diesem Buch wird erfahrbar, wie groß der Reichtum des mundartlichen Wortschatzes ist und welch differenzierte Ausdrucksmöglichkeiten sich damit dem Dialektsprecher boten und noch heute bieten.

ISBN 3-923140-89-4

Allgaier, Karl/Meinolf Bauschulte/Richard Wollgarten: Neuer Aachener Sprachschatz. Auf der Grundlage des Werks von Will Hermanns. Öcher Platt e.V. 2010.

Wer seiner Freundin ein Püttschje gibt, das im besten Fall zu einem Honnderfel führt (und nicht zu einem Satz Fenkemannder), der kommt aller Wahrscheinlichkeit aus dem Öcher Raum – aus der Gegend um Aachen. All diese Wörter – und noch viele mehr – wurden bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts vom Aachener Mundartdichter und -forscher Will Hermanns in mühevoller Kleinarbeit gesammelt und zusammengestellt. Mehr (PDF-Datei, 94 KB)

ISBN 978-3-9813844-0-6

Augst, Gerhard: Dialektwörterbuch der Verbandsgemeinde Hachenburg. Hachenburg 2009.

Zur Verbandsgemeinde Hachenburg im Westerwald gehören 33 Ortschaften. Wer ein gemeinsames Dialektwörterbuch für all diese Orte schreiben will, braucht Mitstreiter und Mitstreiterinnen, anderenfalls wird er die vielen Lautvarianten und Synonyme nur unzureichend erfassen. Gerhard Augst, der Autor des "Dialektwörterbuches der Verbandsgemeinde Hachenburg" hat also den richtigen Weg eingeschlagen, als er nicht weniger als 23 Männer und Frauen für einen Arbeitskreis zusammengeführt hat, der ihn bei der Erarbeitung des Lexikons unterstützt hat. Mehr (PDF-Datei, 1,36 MB)

ISBN 978-3-00-028757-2

Bakkes, Pierre: Moferts Waordebook. Monforts Woordenboek met onder meer de woordenlijsten Moferts-Nederlands en Nederlands-Moferts. Montfort 2007.

Die Dialekte entlang der deutsch-niederländischen Grenze sind eng miteinander verwandt. Wer im Raum Viersen-Mönchengladbach-Heinsberg wohnt und sich für diese alte Sprachverwandtschaft interessiert, wird auf den 567 Seiten des Wörterbuches für Montfort (bei Roermond) vieles entdecken.

ISBN 978-90-9022294-3

Bhatt, Christa/Herrwegen, Alice: Das Kölsche Wörterbuch. Kölsche Wörter von A-Z. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Köln 2009.

Das Seminarangebot der „Akademie för uns kölsche Sproch“ (im Volksmund „Kölsch-Akademie“ genannt) hat sich mit den Jahren immer weiter ausdifferenziert. Damit reagiert man in der Domstadt auf das große Interesse, das diesen Veranstaltungen entgegengebracht wird. Mehr (PDF-Datei, 161 KB)

ISBN 978-3-7616-2358-9

Breuer, Günter: Die Ortsnamen des Kreises Düren. Ein Beitrag zur Namen- und Siedlungsgeschichte. Aachen 2009.

Nach dem Versiegen der universitären Namenforschung liegt das Feld der rheinischen Namenkunde erfreulicherweise noch nicht völlig brach. Das belegt nachdrücklich das neueste Werk von Günter Breuer, der schon in der Vergangenheit dieses schwierige Gelände erfolgreich beackert hat. Mehr

Clemens, Richard: Niedermendiger Wörterbuch. Dokumentation einer Mundart der Pellenz. Neuwied 2013.

"Thürer Sompöörsch un Mennijer Fuupenschneiden" - Keine Frage: Um diesen Satz zu entschlüsseln und darüber hinaus die darin enthaltenen sprachlichen Anspielungen zu goutieren, bräuchten auch die meisten Einwohner der Pellenz schon ein Lexikon. Nur noch wenige in dieser mittelrheinischen Hügellandschaft am Rand der Osteifel dürften in der Lage sein, diese Ortsnecknamen auf Anhieb zu dekodieren. Einer dieser wenigen ist Richard Clemens aus Niedermendig – und er hat tatsächlichdas passende Wörterbuch geschrieben: ein Glücksfall sowohl für die Menschen in Kruft oder Mendig als auch für die Sprachwissenschaft. Mehr (PDF-Datei, 73 KB)

ISBN 978-3-86972-030-2

Debrabandere, Frans: Woordenboek van de familienamen in Belgie en Noord-Frankrijk. Grondig herziene en vermeerderde uitgave met medewerking van dr. Peter De Baets. Amsterdam, Antwerpen. 2003.

Einem Rheinländer, der in einem deutschen Familiennamenbuch nach der Herkunft seines Namens sucht, kann es passieren, dass er nicht fündig wird. Bei weitem nicht alle einheimische Familiennamen des Rheinlands werden dort aufgeführt. In vielen Fällen hat dann dieses aus Belgien stammende, alphabetisch geordnete Buch die Auflösung. Gerade für niederrheinische Namen sehr zu empfehlen!

ISBN 90-204-0207-2

Denkler, Markus: Das münsterländische Platt. (= Westfälische Mundarten, Band 1). Münster 2017.

Ein Büchlein (von 103 Seiten), wie es in NRW bislang noch keins gab: Eine Einführung in einen regionalen Dialekt, hierin das Platt des Münsterlandes. Warum hat es so lange gedauert, bis erstmals ein Sprachforscher ein Projekt dieser Art in Angriff genommen hat? Mehr (PDF-Datei, 46 KB)

ISBN 978-3-402-14344-5

Derks, Paul: Die Siedlungsnamen der Gemeinde Weeze am Niederrhein. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen. Mit einem Ausblick nach Geldern und Goch (Schriftenreihe der Gemeinde Weeze 1), Weeze 2006.

Neuere namenkundliche Veröffentlichungen für das Rheinland sind rar. Will sich der interessierte Laie über Flur-, Orts- oder Gewässernamen seiner Heimat informieren, muss er auf vergleichsweise alte Literatur zurückgreifen. Mehr

Dräger, Kathrin: Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland. (= Regensburger Studien zur Namenforschung, 7). Regensburg 2013.

Eine große Gruppe deutscher Familiennamen bilden Namen wie Klasen, Heinen, Feyen oder Trienekens. Sie gehen auf den Rufnamen eines Vorfahren zurück – im Falle von Klasen (< Klas ‚Nikolaus‘) oder Heinen (< Hein ‚Heinrich‘) auf den Namen eines Vaters, während bei Feyen (< Fey ‚Sophie‘) oder Trienekens (< Trieneken ‚Katharina‘) ein weiblicher Rufnameden Ursprung des heutigen Familiennamens darstellt. Patronym ("Vatername")und Metronym ("Muttername") lauten die Fachbegriffe. "In ihrer landschaftlichen Verteilung bilden die FamN die mittelalterliche RufN-Geographie ab" (S. 37). Mehr (PDF-Datei, 69 KB)

ISBN 978-3-939112-06-8

Elmentaler, Michael/Peter Rosenberg: Norddeutscher Sprachatlas (NOSA). Band 1: Regiolektale Sprachlagen. Hildesheim/Zürich/New York 2015.

Im letzten Jahr (2015) ist Band 1 des "Norddeutschen Sprachatlas" erschienen. Dieser Atlas ist eines der Ergebnisse eines sprachwissenschaftlichen Großprojekts mit dem Titel "Sprachvariation in Norddeutschland" (SiN). Als Norddeutschland wird dabei der Sprachraum nördlich der Benrather Linie definiert. Da diese gedachte Linie den nördlichen Teil des Rheinlands (den Niederrhein, die westlichen Ruhrgebietsstädte und Teile des Bergischen Landes) vom Süden trennt, war dieser Norden im SiN-Projekt zu berücksichtigen. So sind neben Langenhorn und Sörup (im Norden von Schleswig-Holstein) oder neben Ferdinandshof und Strasburg (in der Nähe der polnischen Grenze) auch Kranenburg und Uedem (beide im Kreis Kleve) sowie Oedt und, als südlichster Ort, Bracht (Kreis Viersen) auf den Karten des Norddeutschen Sprachatlas zu finden. Mehr (PDF-Datei, 48 KB)

ISBN 978-3-487-15329-2

Johanna Klümpen-Hegmans (Red.): Straßen erzählen ihre Geschichte(n). Straßennamen auf der Baersdonk, in Eyll, Nieukerk, Poelyck und Winternam. Herausgegeben vom Heimatverein Nieukerk, Geschichtsarbeitskreis. Kerken 2018.

Straßennamen begegnen wir alle tagtäglich und meist schenken wir ihnen nicht mehr Aufmerksamkeit als zur Orientierung nötig. Bleiben die Gedanken doch einmal länger bei einem Straßen hängen, ergeben sich schnell Fragen: Wer war der/die Namensgeber/in? Was bedeuten die dialektalen Namen? Und vielleicht auch: Hieß die Straßen schon immer so? Auf alle diese und viele weitere Fragen gibt das Buch vom Heimatverein Nieukerk detaillierte Antworten und lässt so die Straßen, ihre Geschichte und ihre Bewohner vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden.

ISBN 978-3-00-059928-6

Knieriem, Michael (Hg.): Sonsbecker Höfe, Namen und Bilder. Fragen an die Geschichte der Höfe und Katen in Sonsbeck, Labbeck und Hamb. Mit einer Karte. Verein für Denkmalpflege Sonsbeck, Goch 2011.

Die Geschichte niederrheinischer Bauernhöfe reicht nicht selten bis ins Mittelalter zurück. Und manchmal tragen sie bis heute einen Namen, der genauso alt ist. Die Geschichte der Höfe (und Katen) in Sonsbeck ist das Thema eines Sammelbandes, der insgesamt neun Beiträge sowie eine Liste der Höfe enthält. Autoren sind neben dem Herausgeber Michael Knieriem noch Georg Cornelissen, Griche Gerrits (+), Heinz Holtwick, Heinz-Peter-Kamps, Heinrich Kerstgens, Udo Oerding sowie Carl Schumacher (+). Mehr (PDF-Datei, 76 KB)

ISBN 978-3-941559-25-7

Lausberg, Helmut /Möller, Robert : Rheinischer Wortatlas. Bonn 2000.

Auf 90 farbigen Karten wird der große Wortreichtum der Dialekte im Rheinland präsentiert. Das bearbeitete Gebiet reicht von Kleve im Norden bis nach Saarbrücken im Süden. Der Atlas basiert auf einer Fragebogenerhebung, bei der es u. a. um die dialektalen Bezeichungen für die Kartoffel oder die Zwiebel, für den Handfeger oder die Kneifzange, aber auch um Verben wie sprechen, arbeiten, niesen oder pfeifen ging.

ISBN 3-416-02952-6

Marx, Josef/Horst Schmitt: Trierer Wörterbuch. Mit CD “Trierer Spraoch heit“. Butzweiler 2011.

Es ist sicher kein Zufall, dass innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Dialektwörterbücher im Gebiet der Obermosel erschienen sind. Das Buch "Dusemder Platt/Fölzer Platt", das die Mundart von Brauneberg, einem kleinen aber berühmten Weinort an der Mosel dokumentiert, und das umfangreiche "Trierer Wörterbuch" sind vielmehr ein Indiz dafür, dass sich die Alltagssprache im Kernland des Moselfränkischen im Wandel befindet. Denn Mundartwörterbücher sind für die Sprache eines Ortes das, was die örtliche Denkmalpflege für die materiellen Überreste vergangener Epochen ist: ein Mittel, um etwas, das als bedroht wahrgenommen wird, zu beschützen oder zu erhalten. Mehr (PDF-Datei, 107 KB)

ISBN 978-3-9810587-6-5

Palms, Hermann: Mir schwäzze Platt. Dialekt und Grammatik untersucht am Steffeler Platt. Eifelverein Ortsgruppe Steffeln, Steffeln 2011.

Die Eifel ist in der rheinischen Wörterbuchlandschaft ein weißer Fleck. Das hat vorrangig zwei Gründe. Zum einen wird, oder besser wurde, hier noch weitaus mehr Mundart gesprochen als im nördlicheren Rheinland, eine "Rettung" des Dialekts für die Nachwelt in Form eines Wörterbuchs scheint den Mundartsprechern deshalb noch nicht opportun. Zum anderen sind die Eifelorte eher klein, eine zeitaufwändige und mühsame Dokumentation wird selbst im günstigsten Fall nur wenige Leser finden. Das schreckt potentielle Wörterbuchautorinnen und -autoren verständlicherweise ab. Mehr (PDF-Datei, 66 KB)

Prothmann, Ottmar: Grafschafter Wortschatz. Mundartwörterbuch von Birresdorf, Leimersdorf, Niederichund Oeverich. (= Veröffentlichungen zur Geschichte der Gemeinde Grafschaft Band 5). Oeverich 2009.

Ein neuer Rekord: In sage und schreibe 27000 Wortartikeln beschreibt Ottmar Prothmann den dörflichen Wortschatz seiner Heimat. Das sind die Orte Birresdorf, Leimersdorf, Niederich und Oeverich nördlich von Ahrweiler und Bad Neuenahr. Damit ist die Mundart in diesem nördlichsten Winkel von Rheinland-Pfalz in einer mustergültigen und allen wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Dokumentation erfasst. Auf 1100 Seiten entfaltet sich hier das Panaroma eines Dorfdialekts in all seinen Facetten und Ausprägungen. Durch die ausführliche Einleitung, die anschaulichen Beispielsätze und die vielen Sacherklärungen ist der "Grafschatzer Wortschatz" mehr als ein Nachschlagewerk. Vermittelt über die Sprache erlaubt das Wörterbuch seltene Einblicke in das dörfliche Leben einer untergehenden Epoche. Mehr (PDF-Datei, 134 KB)

Rheinisches Wörterbuch. Auf Grund der von J. Franck begonnenen, von allen Kreisen des Rheinischen Volkes unterstützen Sammlung bearb. und hrsg. von Josef Müller u. a. Bonn, Berlin 1928-1971.

Wer sich im Rheinland für die Bedeutung, die Lautung, die grammatischen Formen und die Verwendung von Dialektwörtern interessiert, wird im großen "Rheinischen Wörterbuch" - fast - immer fündig. Dieses imposante, neun Bände umfassende Lexikon beeindruckt jeden Benutzer. Es berücksichtigt die Dialekte im Gebiet der ehemaligen Rheinprovinz, reicht im Süden also bis zur Saar. Es ist nicht mehr zu kaufen, aber ein Besuch der Stadtbibliothek lohnt bei Interesse an rheinischen Dialekten für einen Blick in dieses einmalige Werk allemal.
Neuerdings ist das berühmte Rheinische Wörterbuch auch online einseh- und nutzbar. Ein sehr verdienstvolles Projekt der Universität Trier macht zur Zeit eine ganze Reihe von umfangreichen Wörterbüchern, darunter auch großlandschaftliche Mundartwörterbücher, im Internet zugänglich: http://woerterbuchnetz.de/RhWB/.

Schaars, A. H. G : Woordenboek van de Achterhoekse en Liemerse Dialecten. WALD. De mens en ziennäösten – B. Stichting Staring Instituut / Mr. H. J. Steenbergenstichting. Doetinchem 2010.

Im Jahr 1984 erschien der erste Band des Wörterbuchs "Woordenboek van de Achterhoekseen Liemerse Dialecten" (WALD). 2010 konnte das Staring Instituut in Doetinchem, das dieses Regionalwörterbuch herausbringt, die Veröffentlichung des inzwischen neunten Bandes feiern. Autor aller bislang erschienenen Teile ist A. H. G. (Lex) Schaars. Mehr (PDF-Datei, 103 KB)

ISBN 978-90-73667-91-4

Schießl, Ludwig/Siegfried Bräuer: Dialektpflege in Bayern. Ein Handbuch zu Theorie und Praxis. Regensburg 2012.

Um es vorwegzunehmen: Eigentlich geht es in diesem Buch über Bayern weniger um die Pflege einer bestimmten Sprache als um die Wertschätzung ihrer Sprecher und Sprecherinnen. "Zum Wohle der Kinder– nicht um irgendwelcher nostalgischen Heimattümelei willen – lohnt es sich, den Dialekt zu bewahren und um dessen besondere Qualität zu wissen" – dieses programmatische Zitat Ludwig Zehetners ist denn auch dem Buch vorangestellt (S. 5). Mehr (PDF-Datei, 75 KB)

ISBN 978-3-939112-46-4

Vogelfänger, Tobias: Nordrheinische Flurnamen und digitale Sprachgeographie. Sprachliche Vielfalt in räumlicher Verbreitung. (= Rheinisches Archiv, 155). Köln/Weimar/Wien 2010.

Das Gewinnbringende und gleichzeitig auch Problematische an der Flurnamenforschung ist die große Fülle der Belege, die – wenn sie nicht nur einzelortbezogen bleiben soll – schnell einige Hunderttausend übersteigen kann. Das Rheinische Flurnamenarchiv, das 1930 von Adolf Bach amInstitut für geschichtliche Landeskundeder Rheinlande in Bonn gegründet wurde, hatte seine gesammelten Flurnamenbelege noch auf Karteikarten in sogenannten Zettelkästen archiviert. Mehr (PDF-Datei, 66 KB)

ISBN 978-3-412-20542-3

Wrede, Adam : Neuer Kölnischer Sprachschatz. Mit einer Einführung von Peter Honnen. Greven Verlag Köln, Köln 2010

Adam Wrede hatte seinen Sprachschatz allerdings nie als "normales" Wörterbuch konzipiert, sondern als eine Dokumentation der kölnischen Kulturgeschichte, als ein Lexikon des Alltagslebens in der rheinischen Metropole. Er sollte ein kölnisches Hausbuch sein, in dem die Leser und Leserinnen ihre Stadt über die Sprache entdecken können. Nun ist sein Wörterbuch endgültig und tatsächlich zu diesem Hausbuch geworden. Denn seit April gibt es dieses große kölnische Nachschlagewerk als preiswerte Sonderausgabe in einem Band. Nun können endlich auch diejenigen, die den "Neuen Kölnischen Sprachschatz" immer für ein reines Mundartwörterbuch gehalten haben, auf eine völlig neue und ungewöhnliche Entdeckungsreise durch ihre Stadt gehen. Denn wie der kölnische Professor die Geschichte Kölns anhand der Straßennamen aufzeigt, den kölnischen Festkalender mit den Heiligennamen erklärt und durch die Sprache kölnische Sagen, typische Spiele und Bräuche sowie mit einem Augenzwinkern die kölnische Lebensweise lebendig werden lässt, ist ohne Beispiel. Hier findet man nicht nur die kölnische Sprache, sondern wirklich ganz Köln in einem Band.

Wobei auch die Darstellung der kölnischen Alltagssprache höchst ungewöhnlich ist. Wrede erläutert nicht nur den umfangreichen Wortschatz, sondern illustriert in unzähligen Beispielsätzen und Redewendungen sowohl die lebendige Sprache selbst als auch die Mentalität ihrer Sprecher und Sprecherinnen, die wohl nirgendwo so unverfälscht aufscheint wie hier. Und noch etwas macht das Buch zu etwas ganz Besonderen. Adam Wrede hat mit seinem Sprachschatz auch das erste und einzige etymologisches Wörterbuch zur rheinischen Mundart verfasst. Wer sich für die Herkunft kölnischer Wörter und Namen interessiert, den erwartet hier eine einzigartige Quelle, die auch Sprachwissenschaftler täglich nutzen.

ISBN 978-3-7743-0438-3