LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Pütz

Wenn Sie irgendwo in Deutschland auf jemanden stoßen, der Pütz heißt, liegen dessen Wurzeln mit hoher Wahrscheinlichkeit im Rheinland. Die mundartliche Aussprache des Namens lautet Pötz (mit geschlossenem ö). Das Rheinland ist reich an Überresten aus römischer Zeit, an materiellen wie immateriellen Überresten. Zum immateriellen Kulturerbe gehört vielleicht an erster Stelle die Sprache. Pötz/Pütz ist ein lateinisches Lehnwort aus römischer Zeit.

Es geht, als Bezeichnung einer 'Quelle' oder eines 'Brunnens', auf lateinisch puteus zurück. Weiter nördlich, am Niederrhein und im Ruhrgebiet, entwickelte sich puteus zu Pütt; bis heute nennt man dort ein Bergwerk: Pütt.

Vor der Zeit flächendeckend verlegter Wasserleitungen spielte der Pötz/Pütz eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Wörter wie Pötzemmer 'Brunneneimer' oder Pötzschäpp 'Schöpfkelle' waren einst in aller Munde, sind heute aber mit dem alten Brunnen selbst verschwunden. Namen halten die Erinnerung an den Pötz lebendig - Namen wie der Familienname Pütz oder wie die Ortsnamen Pützchen, Pützdorf, Pützfeld, Pützrath und andere mehr.
Auch in rheinischen Straßennamen kommt der Pütz häufig vor, z. B. in der Pützgasse.

Georg Cornelissen

Lit.:

Vogelfänger, Tobias: Noch nicht in den Brunnen gefallen. Pütz-Flurnamen im nördlchen Rheinland. In: Wir im Rheinland 26, 2008, H. 1-2, S. 53-57.