LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Weeze

Wappen von Weeze, mit dem des Ortspatrons St. Cyriakus mit Buch und Palme die linke Hälfte auf blauem Hintergrund. Die obere rechte Hälfte zeigt einen Drachenkopf auf goldenem Grund, die untere rechte Hälfte auf weißem Grund einen Zweig mit Rosen. Wappen der Gemeinde Weeze

Die Gemeinde Weeze besteht seit 1928 aus den Gemeinden Weeze, Kalbeck und Wissen. Bereits seit 1816 wurden sie in der Bürgermeisterei Weeze zusammengefasst, der Name dient dann auch im 20. Jahrhundert weiterhin für den neuen Gemeindeverbund.

"Wees" für Weeze auf dem Wenkerbogen "Wees" auf dem Wenkerbogen des Ortes von 1884/85

Doch der Ortsname ist wesentlich älter. Er begegnet in den schriftlich überlieferten Quellen erstmals im 11./12. Jahrhundert als de Wise. Weiterhin finden sich u. a. die Belege in Wise (Mitte des 13. Jahrhunderts), de Wese (2. Hälfte des 13. Jahrhunderts), van Weze (1372) und in Weze (1399). Zurück geht diese Bezeichnung wohl auf das mittelniederländische wese ‚Wiese‘. Die Abweichungen der heutigen Schreibung und Aussprache lassen sich gut erklären. Auch der Übergang von s zu z ist der Forschung nicht unbekannt. So konnte im Mittelniederländischen das stimmhafte s, wie in hochdeutsch Wiese, auch als zgeschrieben werden, da der Doppellaut ts, der im Hochdeutschen als z verschriftlicht wird, hier nur in der Zusammenrückung von t und s sowie in Wörtern, die ursprünglich aus anderen Sprachräumen stammten, vorkam. Ob also s oder z geschrieben wurde, machte für die Aussprache des Ortsnamens erst einmal keinen Unterschied. Er wurde, wie auch heute im Dialekt noch, Wees ausgesprochen. Erst nachdem sich auch im nördlichen Rheinland, jenseits der Uerdinger Linie, das Hochdeutsche weiterverbreitet hat, setzt sich die heutige Aussprache Weeze durch (mit ts wie in Katze statt s wie in Wiese).

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