LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Rheinische Ortsnamen

Fährt man mit dem Zug quer von Norden nach Süden durch das Rheinland und richtet dabei seine Aufmerksamkeit auf die Namen der vorbeiziehenden Orte, wird man bald feststellen, wie vielfältig die Ortsnamenlandschaft hier ist. Neben einmaligen Namen wie Xanten oder Quadrath-Ichendorf stehen Benennungen, die es in Deutschland mindestens zweimal gibt (Meckenheim, Bornheim) und sogar innerhalb des Rheinlandes kommen Ortsnamen doppelt vor ((h)lheim, Bergheim).

Zu einzelnen Ortsnamen

Auch hinsichtlich der Aussprache mancher Ortsnamen könnte, gerade bei Nicht-Rheinländern, während der Zugreise Verwirrung entstehen, die (wenn überhaupt) erst durch die Durchsage des Schaffners aufgeklärt wird. Aber woher soll man auch wissen, dass Namen mit der Schreibung oi mit einem langen o ausgesprochen werden (Grevenbroich, Moitzfeld, Roisdorf)? Und dass dagegen in Duisburg und Moers ein Umlaut (langes ü/ö) auftritt, in Baerl und Straelen aber wieder ein einfaches langes a?

Zur Schreibung rheinischer Ortsnamen

Die Namen von Ortschaften sind oft jahrhundertealt, weshalb sie aus heutiger Perspektive hinsichtlich der Herkunft ihrer Bedeutung, aber eben auch in Bezug auf ihre Schreibung und Aussprache undurchsichtig erscheinen können. Aber das hohe Alter bringt für die Wissenschaft große Vorteile mit sich, so können mit Hilfe der Ortsnamen Antworten auf Fragen zur Besiedlungsgeschichte einer Region gegeben werden: Von wem wurde eine Landschaft erstmals besiedelt? Wer hat eine bestimmte Siedlung gegründet bzw. benannt? Wie sah die Landschaft zur Zeit der Besiedlung aus?

Und nicht nur die Benennungen von Dörfern und Städten sind hier interessant, sondern auch Ländernamen, Gewässernamen, Flurnamen und Straßennamen. In der Namenkunde werden diese Gruppen zusammengefasst als Toponyme bezeichnet.

Zu Flurnamen (PDF-Datei, 937 KB), Hofnamen, Straßennamen und Gewässernamen

Das Rheinland verfügt über eine bewegte Siedlungsgeschichte, hier trafen frühe Germanen, Kelten, Römer und die germanischen Völkerwanderungs-„stämme“ aufeinander. Und sie alle haben ihre Spuren in der Sprache der Region hinterlassen, was an einzelnen Ortsnamen oft eindrucksvoll gezeigt werden kann. So stehen hier Benennungen, die auf keltische Besiedlung schließen lassen (Zülpich < Tolbiacum ‚Gut des Tolbios' (= keltischer Personenname)) neben Namen, die erst in den 1970er Jahren vergeben wurden (Erftstadt, Swisttal). Und mit Städtenamen wie Köln (< Colonia Claudia Ara Agrippinensis) haben die Römer ihre Spuren im Rheinland hinterlassen.

Keltische und römische Ortsnamen im Rheinland (PDF-Datei, 1,07 MB)

Auf den folgenden Seiten werden allgemeine Fragestellungen zum Themenbereich aus regionaler Perspektive vorgestellt und die Geschichten einzelner Ortsnamen im Rheinland präsentiert.