LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Die beliebtesten Vornamen 2018 – aus regionaler Perspektive

Liste der beliebtesten Vornamen in NRW 2018

Vor Kurzem war es wieder soweit – die beliebtesten Baby-Vornamen des vergangenen Jahres wurden veröffentlicht und vielfältig in der Presse publik gemacht. Da in Deutschland keine offizielle Statistik über die vergebenen Rufnamen geführt wird, haben es sich in den vergangenen Jahren zwei unterschiedliche Stellen zur Aufgabe gemacht, Hitlisten zusammenzustellen: die Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.(GfdS) und Knud Bielefeld, Statistiker und Betreiber der Homepage www.beliebte-vornamen.de. Da jeweils mit unterschiedlichen Stichproben gearbeitet wird und auch die Auswertungsmethoden leicht variieren (z. B. bezüglich des Umgangs mit Zweitnamen), weichen die Ranglisten zum Teil leicht voneinander ab, im Großen und Ganzen befinden sich aber die gleichen Namen auf den vorderen Plätzen. Praktischerweise geben sowohl die GfdS als auch Knud Bielefeld nicht nur die beliebtesten Vornamen für das gesamte Land an, sie werten die Daten auch für die einzelnen Bundesländer aus. Da stellt sich für uns natürlich die Frage, welche Namen die Menschen an Rhein und Ruhr aktuell am häufigsten an ihre Kinder vergeben und ob sich ihre Vorlieben von anderen Bundesländern unterscheiden.

Ein Blick auf die Übersichtskarte der GfdS, auf der jeweils die drei beliebtesten Mädchen- und Jungennamen zusammengestellt sind, zeigt allerdings ganz deutlich: Die Vornamenvergabe (Erstname) in den verschiedenen Bundesländern unterscheidet sich nur minimal voneinander. Lediglich in Bayern stehen mit Lukas, Maximilian, Jonas und Anna Namen auf den vorderen Plätzen, die in den anderen Bundesländern nicht unter den Top 3 sind. In Nordrhein-Westfalen wurden Ben, Henry und Noah sowie Mia, Hanna und Emma am häufigsten als Erstnamen vergeben. Der einzige dieser Namen, der einen regionalen Bezug aufweist, ist Mia – eine Kurzform von Maria, die in den rheinischen Mundarten schon lange sehr beliebt ist. Allerdings steht der Name auch im Saarland und in Sachsen-Anhalt auf Platz 1, in Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen auf Platz 2 oder 3. Ob die Beliebtheit in NRW also tatsächlich auf die Verbreitung der Variante Mia in den rheinischen Dialekten zurückzuführen ist, ist daher fraglich.

Knud Bielefeld hat auf seiner Homepage für die einzelnen Bundesländer nicht nur die ersten drei, sondern die dreißig häufigsten Namen aufgelistet. Doch auch in diesem Ranking machen sich keine eindeutigen regionalen Vorlieben im Rheinland (bzw. in NRW) bemerkbar. So fehlen Namen, die über Jahrhunderte oft vergeben wurden – wie Katharina, Christine/a, Johannes oder Peter – auch hier. Dabei hätten einige dieser Namen (oder sogar ihre regionalen (Kurz-)Formen) durchaus "Aufstiegspotential" (Vergleiche erfolgen zur gesamtdeutschen Liste von Knud Bielefeld): Hennes (Platz 43: Hannes), Stina (Platz 6: Lina), Kathi (Platz 15: Leni), Peter (Platz 2: Paul, Platz 17: Oskar), Pit (Platz 1: Ben, Platz 20: Max, Platz 31: Tim, Platz 34: Tom, Platz 42: Jan), Mattes (Platz 16: Matteo, Platz 33: Mats, Platz 43: Hannes). Vielleicht werden die Bundesländer-Listen ja in den nächsten Jahren wieder ein wenig bunter, schließlich ist "regional" aktuell in vielerlei Hinsicht Trend!