LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Konzept

Heimatmuseum von Hünxe


Leitfragen des interdisziplinären Projektes

Projektkonzept "Leben im Dorf" (PDF-Datei, 67 KB).


kennen - nennen - kommunizieren: Fragen der Sprachwissenschaft

Wie werden "Dorf" und "Gemeinschaft" durch Sprache und Namen symbolisiert? - Wie vom "Anderen" abgegrenzt? - Wer kennt wen? - Wie nennt man/mensch einander? - Wer spricht wie mit wem?

Ausgehend von diesen Leitfragen werden wir in den nächsten Jahren im Rahmen unseres Pilotprojektes in Hünxe Menschen nach ihrem Sprachverhalten und Sprachwissen befragen. Und wenn wir sie in Hünxe besuchen, kommen die Ergebnisse der teilnehmenden Beobachtung hinzu.

Wie man heißt und wie man genannt wird: Uns interessieren die inoffiziellen Namensysteme im Ort. Wer kennt wen? Wie wird man genannt? Dann fragen wir: Wer duzt wen, wer siezt wen? Uns interessiert auch das Grußverhalten: Wie wird gegrüßt, wen grüßt man überhaupt? Antworten auf solche Fragen können einen Beitrag zum besseren verständnis leisten, wie sich das "Dorf" immer wieder neu formt.

Wer wie mit wem spricht: Es gab einmal eine Zeit, da war der Dialekt die selbstverständliche und allgegenwärtige Sprache des Dorfes. In Hünxe liegt diese Periode sicherlich schon mehr als 50 Jahre zurück. Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, mit welch großem Erfolg hier alljährlich die "Plattdeutschen Abende" stattfinden. Unter den Zuschauern und Zuschauerinnen sind nicht wenige, die im Alltag kein Wort Platt sprechen. Wie spricht das Dorf heute? Wer benutzt wann den Dialekt, wer beherrscht ihn überhaupt noch? Und was zeichnet die Hünxer Alltagssprache jenseits des Dialekts aus? Wie spricht die Jugend des Dorfes? Diese Fragen werden unsere Forschungen in Hünxe leiten.


Alltag und Festtag

Über den Alltag denkt kaum jemand von uns nach - er ist einfach da, regelt das Leben mit Routinen und Gleichförmigkeit. Dazu gehört Arbeit, Essen, Kleidung, Wohnen ebenso wie Freizeit, Spiel und Konsumverhalten. Wie sehr sich der Alltag verändert hat und was dieser Wandel über unsere Gesellschaft aussagt, das untersuchen wir exemplarisch am Beispiel des Alltagslebens in Dörfern des Rheinlands.


Heimat und Fremde

Mit dem Begriff "Dorf" eng verbunden sind Vorstellungen von "Heimat": Die idyllische Dorfstraße, auf der Kinder spielen und wo jeder jeden kennt, vor der Haustür Wiesen und Wälder, am Abend treffen sich die Nachbarn zum Plausch... Mit der heutigen Realität von Dörfern hat das wenig zu tun. Trotzdem sind diese Bilder wirkmächtig, sie spiegeln Ideale und Träume einer urbanen, globalisierten und pluralen Gesellschaft. Neben diesen Bildern im Kopf existieren aber tatsächlich Konzepte von Heimat, denn jeder Mensch versucht, sich in einem bestimmten Raum zu verorten. Wie sieht das aus, wie funktioniert das "sich beheimaten" in unserer Gegenwart? Was ist für ältere Menschen, für Kinder, für Eiinheimische und Zugezogene "Heimat"? Und wie wird diese abgegrenzt von der Fremde, die sowohl ein mehr oder weniger weit entfernter Ort sein kann als auch ein als fremd empfundenes Verhalten von Menschen.

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