LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Royale Schifffahrt

Ihr Lieben,

heute begeben wir uns auf royale Spuren am Rhein oder auch auf dem Rhein. Wie einst Queen Victoria I. im Sommer 1845 erkunden wir das Rheinland, seine Städte und Sehenswürdigkeiten zu Schiff.

Schöne Grüße!

Royale Schifffahrt – Die Rheinreise Queen Victorias 1845

Ursprünglich reisten Victoria und ihr Ehemann Albert von Sachsen-Coburg und Gotha nach Deutschland, um den Geburtsort des Gatten und die Heimat ihrer Mutter zu besichtigen. Eine Einladung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. bewegte die Königin aber zu einem Besuch im Rheinland. Somit folgte sie der Rhein-Begeisterung ihrer Landsleute, die schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem von Künstlern ausging.

Natürlich standen dem königlichen Ehepaar die eigene Dampfyacht „Victoria and Albert“, deren Tender (die „Fairy“), Frachtschiffe mit den königlichen Kutschen sowie die Schiffe mit dem Gefolge zur Verfügung. Zunächst reisten die Königin und ihr Ehemann mit dem Zug von Belgien nach Aachen, wo der preußische Kronprinz Wilhelm sie empfing. Gemeinsam besichtigten sie über eine Kutschfahrt Stadt und den bekannten Aachener Dom. Heutzutage besteht die Möglichkeit einer Rundfahrt mit einem historischen Schienenbus oder dem Fahrrad, das sich bei unseren sommerlichen Temperaturen eher anbietet.

Empfang in Aachen

Empfang Queen Viktoria in Aachen 1845 aus: Leipziger Illustrirte Zeitung

Nur für einen kurzen Zwischenstopp war Victoria anschließend in Köln. Die Stadt wurde in den englischen Zeitungen „The illustrated London News“ und „Morning Post“ gegensätzlich beschrieben. Erstere hob die alten, malerischen Häuser und das enthusiastische deutsche Publikum. Die „Morning Post“ bemängelte dagegen den Schmutz und Gestank der Stadt. Dennoch kehrte die Königin am 12./13. August nach Köln zurück, um an „Rhein in Flammen“, noch heute ein beliebtes Sommer-Spektakel, teilzunehmen und den Dom zu besichtigen.

Die Reise wurde aber zunächst mit der Eisenbahn nach Brühl fortgesetzt. Im dortigen Schloss empfing die preußische Königin Elisabeth die englische Königin. Auch heute noch können die Schlösser Augustusburg und Falkenlust, die seit 1984 zum UNESCO-Welterbe gehören, besichtigt werden. Auf das für die englische Königin arrangierte Militärkonzert mit anschließendem Zapfenstreich, den Victoria in ihrem Tagebuch als „großartig“ bezeichnete, muss dabei aber wohl verzichtet werden.

Als nächster Reisestopp Victorias stand die Enthüllung des Beethoven-Denkmals auf dem Bonner Münsterplatz. Auch die Insel Nonnenwerth, die sich zwischen Rolandswerth und Bad Honnef befindet, wurde von der Königin besichtigt.

Ab dem 14. August traten Victoria und Albert schließlich ihre Rheinfahrt an, die zunächst nach Koblenz und Stolzenfels führen sollte. Schloss Stolzenfels war im Besitz des preußischen Königs, der sich auch an Bord des königlichen Schiffes Victorias befand. Schon in der damaligen Presse wird die außerordentlich schöne Lage des Schlosses hervorgehoben, deren Besuch sich auch heute noch lohnt. Auch auf der Weiterfahrt nach Mainz gibt es zahlreiche Burgen zu sehen, die in „The illustrated London News“ schon damals als „malerische Attraktionen der Szenerie“ beschrieben wurden.

Mehr über die historische Burgenlandschaft am Mittelrhein erfahren Sie unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/burgen-am-mittelrhein/DE-2086/lido/57d11eca54e538.70270242

Mehr zu Queen Victorias Rheinreise im Jahr 1845 erfahren Sie unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/queen-victorias-rheinreise-anno-1845-im-spiegel-der-internationalen-presse/DE-2086/lido/57d12cabcf5ef5.70298481

Miriam Förster