LVR-Institut für Landeskunde
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Urlaub mit dem Reiseführer – Karl Baedeker und das Rheinland

„Kings and governments may err, but never Mr. Baedeker." (Jacques Offenbach, „La Vie Parisienne“)

Karl Baedeker (Grafik) Karl Baedeker, Porträt, Lithographie von Breidenbach und Comp., Düsseldorf, um 1850. (Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

Hallo, Ihr Lieben, ich grüße herzlich, mit meinem Baedeker in der Hand, vom Mittelrhein! Hier ist das Wetter prima und mit dem Reiseführer kann ja nichts mehr schiefgehen.

Wohl kein Reiseführer ist in der Welt bekannter als „der Baedeker“. Wer nutzte ihn noch nicht, ob im Kultur- und Städteurlaub in Italien oder zum Ausflug in der näheren Umgebung. Auch in Coronazeiten ist „der Baedeker“ neben vielen weiteren Reiseführern ein wichtiges Utensil, um Urlaube zu planen, vorzubereiten und auch, um sie nachzubereiten. Denn nicht zuletzt an kalten Wintertagen erinnert man sich gerne mit dem Reiseführer in der Hand an die sommerlichen Urlaubserlebnisse, die nun schon einige Monate zurückliegen.

Kaum jemand weiß jedoch, dass Karl Baedeker ein Rheinländer war und dass das Rheinland eine bedeutende Rolle bei der Konzeption seines Reiseführers gespielt hat. Karl Baedeker stammte nämlich aus Essen und verbrachte viele Jahre seines Lebens in Koblenz, wo er 1832 eine Verlagsbuchhandlung übernommen hatte, die vor allem mit Belletristik und religiösen Schriften handelte. Im Sortiment der Verlagsbuchhandlung war allerdings auch ein ganz spezielles Buch des Koblenzer Gymnasialprofessors Johann August Klein. Der Titel des Buches von 1828 lautete „Rheinreise von Mainz bis Cöln. Handbuch für Schnellreisende“ – was auch immer man zu diesen Zeiten unter schnellem Reisen verstand. Jedenfalls wurde dieses Buch zum Vorläufer der berühmten rotgebundenen Baedeker-Reihe. Baedeker erkannte nämlich, dass in der Mitte des 19. Jahrhunderts die privaten Urlaubsreisen nicht nur des Adels, sondern auch von Menschen aus bürgerlichen Schichten stetig zunahmen und erkannte hier eine Marktlücke. Wenn man so will, war also die Reisebeschreibung des Mittelrheins der erste Baedeker auf dem Buchmarkt

Viele seiner Reiseführer schrieb Baedeker selbst und er reiste auch selbst die zu beschreibenden Gegenden und Länder ab. Manche ließ er von ihm vertrauten Freunden und Bekannten verfassen. Die Genauigkeit seiner Werke war legendär und basierte auf eigenem Erleben und vielen Gesprächen mit Einheimischen. Als er 1859 starb, besaß seine Firma zwar kein Monopol auf Reiseführer, aber der rote Baedeker war eine Marke, die nicht mehr aus dem Reisegepäck vieler Menschen wegzudenken war.

Doch ich habe nun genug erzählt und eigentlich sind Postkarten ja nichts für Besserwisser! Deshalb nun noch den Hinweis auf folgenden Text im Portal:

Karl Baedeker, Verleger (1801-1859)