LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Angermund

Lfg. XX Nr. 99, 2015
Bearbeiter: Elfi Pracht-Jörns
Redaktionelle Bearbeitung: Margret Wensky (Gesamtredaktion), Esther Weiss (Kartographie)
Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien
ISBN 978-3-412-22525-4
Mappenformat 28 x 40 cm
Preis: 24,50 €

Die Atlasmappe kann über den Böhlau Verlag bezogen werden.

Angermund auf einen Blick

Ausschnitt aus einem historischen Plan gezeichnet im Jahre 1820 Plan Angermund 1820 (Ausschnitt) Ausschnitt aus einen Grundriss gezeichnet nach einer Katasterkarte Urkarte Angermund 1823 (Ausschnitt) Ausschnitt aus einer historischen Karte gezeichnet im Jahre 1843 Uraufnahme Angermund 1843 (Ausschnitt)

Gemeindedaten

Regierungsbezirk Düsseldorf
Kreisfreie Stadt Düsseldorf

Geographische Lage

Angermund liegt im Südosten des Niederrheinischen Tieflandes in der Mittleren Niederrheinebene auf der rechtsniederrheinischen Niederterrasse. Der historische Ortskern liegt 35-37m über NN.

Geschichtliche Entwicklung

Erstmals zwischen 1167 und 1191 wurde der Ort als „Angermonde“ erwähnt. Zur Siedlung gehörte eine südlich davon gelegene Motte, die im 13. Jh. zu einer Niederungsburg, eine länglich ovale Anlage, ausgebaut wurde. Anfang des 13. Jhs. ging Angermund als kölnisches Lehen an das bergische Grafenhaus, seit 1469 gehörte der Ort zum bergischen Territorium. Die Grafen bzw. Herzöge von Berg bauten es zu einem Verwaltungsmittelunkt und Wirtschaftszentrum des gleichnamigen Amtes aus.

Da die Siedlung weitgehend auf die als Verwaltungszentrum und Amtssitz dienende Burg hin ausgerichtet war, konnte sie sich auf diese Weise zu einem zentraleren Ort in ländlicher Umgebung entwickeln. Angermund entwickelte sich über den eigentlichen Burgbezirk hinaus in Richtung Norden als Straßendorf zu beiden Seiten des zentralen, 1364 erstmals bezeugten Steinwegs. Zudem gab es eine 1326 erstmals erwähnte und 1630 im Zuge des Krieges abgebrochene Schlosskapelle. Angermund besaß nie eine Mauerbefestigung. Stattdessen zog sich um die Burg und die Häuser und Gärten der Freiheit eine Grabenanlage. 1476/77 wurde eine Befestigung um den Burggraben gebaut. Gesichert war der Ort durch Anger, Rahmer Bach und andere Gewässer sowie durch Gräben und einem Tor im Norden des Ortes.

Um 1423 wurde Angermund erstmals als Freiheit bezeichnet. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Burg Garnison und wurde 1645 durch 300 Eichen-Palisaden befestigt. 1703 konnte sich der Ort aus der kirchlichen Abhängigkeit von Kalkum lösen. 1816 umfasste die Bürgermeisterei Angermund Haus Angermund, An den Kämpen, Bilkrath, Heltorf, Brockerhof, Rahm, Huckingen, Eichelskamp, Kesselsberg, Bockum, Rheinberg, Kickenbusch, Angerorth, Sandmühle, Mündelheim, Am Dammhaus, Ehingen, Serm, Rheinheim, Großenbaum und Lintorf.

Trotz Baumaßnahmen wie der Einrichtung des Klosters am Steinweg (1857) und eines neuen Schulhauses (1902) blieb Angermund eine ländliche Kleinstadt. Der Bau der Eisenbahn und die Einrichtung eines Haltepunktes (1896) waren Impulse für eine Siedlungserweiterung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr der Ort durch den Zuzug von Vertriebenen und Menschen aus den umliegenden Großstädten eine signifikante Steigerung seiner Bevölkerungszahl; zwischen 1946–2010 wuchs die Einwohnerzahl um 315 %. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung bildet Angermund seit 1975 den nördlichsten und flächenmäßig größten Stadtteil Düsseldorfs.

Inhalt der Mappe

22 Seiten Textheft, 6 Tafeln mit 10 Abbildungen

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