LVR-Institut für Landeskunde
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Die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde

Gustav Mevissen Gustav Mevissen im Jahr 1848. Lithografie nach einer Zeichnung von Valentin Schertle Heinrich von Sybel, 1857 Heinrich von Sybel, Fotografie von Franz Seraph Hanfstaengl, 1857

Seit ihrer Gründung 1881 hat die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde zahlreiche grundlegende Quelleneditionen und andere Publikationen hervorgebracht und damit in umfangreichem Maße das Fundament zur Erforschung der Geschichte des Rheinlandes mitgestaltet. Die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde fördert auch heute noch die Erforschung der rheinischen Geschichte durch Quelleneditionen und Sammlungen und fungiert zugleich als Historische Kommission für das Rheinland.

Es war die Initiative des Kölner Industriellen Gustav von Mevissen, die zur Gründung der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde am 1. Juni 1881 führte. Bereits seit 1868 hatte Mevissen zusammen mit dem Bonner Historiker und Doyen der modernen Geschichtswissenschaft Heinrich von Sybel einen Dachverein für die regionalen Vereine, einen „Verein für rheinisch-westfälische Geschichte“, erwogen. Zu den Vorstandsmitgliedern der ersten Stunde gehörten unter anderem die Bonner Professoren und Dozenten Karl Lamprecht, Karl Menzel, Moriz Ritter, Wilhelm Maurenbrecher und Arnold Schaefer.

Mit „rheinisch“ war die preußische Rheinprovinz gemeint. Vor allem Karl Lamprecht machte sich um die Entwicklung der Gesellschaft zur zentralen Institution für die wissenschaftliche Edition von Quellen verdient. Er entwarf eine Konzeption für die Arbeit der Gesellschaft, die sich vornehmlich der überkommenen „materiellen Kultur“, also der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Rechtsgeschichte (Urbare, Urkunden, Stadtrechte und Ähnliches) widmen sollte.

Ausschnitt aus der Kölner Stadtansicht von Anton Woensam, Holzschnitt, 1531 Ausschnitt aus der Kölner Stadtansicht von Anton Woensam, Holzschnitt, 1531