LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
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Alltagskultur unterwegs: Landesstellen-Jahrestreffen in Cloppenburg

Vor einem Haus mit der Aufschrift "Zum Sonnenstein" steht eine Personengruppe Teilnehmer*innen vor der Dorfdiskothek im Museumsdorf. Foto: Christian Baisch/cb20260615-005/LVR

Unter dem Motto „Wahre Schätze! Sammlungen der kulturanthropologischen Landesstellen im Fokus von Forschung und interessierter Öffentlichkeit“ trafen sich am 15. und 16. Juni Vertreter*innen von sieben Landesstellen für Alltagskultur zu einer im zweijährigen Turnus ausgerichteten Arbeitstagung. Auch das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte war mit Andrea Graf und Christian Baisch vertreten, da hier die rheinische Landesstelle für Alltagskultur mit ihrer umfangreichen Sammlung im Archiv des Alltags im Rheinland beheimatet ist.

In diesem Jahr fand das Treffen auf Einladung der Leiterin des Kulturanthropologischen Instituts Oldenburger Münsterland, Christine Aka, in den Räumen des Museumsdorfs Cloppenburg statt. Wie üblich standen der fachliche Austausch über Forschungsvorhaben und aktuelle Perspektiven sowie die Erörterung gemeinsamer Problemlagen der Landesstellen im Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit in diesem Jahr wurde den kulturanthropologischen Sammlungen, deren analoger und digitaler Vermittlung für Forschung und interessierte Öffentlichkeit sowie ihrer Nutzung durch verschiedene Akteursgruppen geschenkt.

Nach Begrüßungen durch den Leiter des Museumsdorfes, Torsten Müller (Cloppenburg), sowie der Sprecherin der Gruppe der Landesstellen und außeruniversitären Forschungsinstitutionen der DGEKW, Lisa Maubach (Dortmund, zuvor Abteilungsleiterin für Alltagskultur und Sprache am ILR), startete die Tagung zunächst mit einem Online-Vortrag von Sabine Imeri (Berlin) über „Forschungsdatenmanagement als Thema für Landesstellen und außeruniversitäre Forschungsinstitutionen“. Als Vertreterin des Fachinformationsdiensts Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) stellte sie diverse Tools, Portale und Unterstützungsangebote vor, die es den Landesstellen erleichtert, ihre archivierten (digitalen) Forschungsdaten nach Möglichkeit zu vernetzen, auffindbar zu machen und der Nachnutzung zur Verfügung zu stellen.

Auf einer Leinwand ist eine Folie aus einem Vortrag abgebildet, auf der sich eine Grafik mit der Überschrift "Forschungsdatenlebenszyklus" befindet Folie aus dem Vortrag zum Forschungsdatenmanagement (FDM) von Sabine Imeri. Foto: Christian Baisch/cb20260615-001/LVR

Am Nachmittag wurden die Teilnehmer*innen von Torsten Müller durch das Gelände des Museumsdorfes geführt und insbesondere mit Ausbau-Vorhaben des Museums vertraut gemacht. Seit einigen Jahren bereichert bereits die Dorfdiskothek „Zum Sonnenstein“ aus Harpstedt (Niedersachsen) das Ensemble. Das Haus konnte nach der Schließung 2014 einschließlich der kompletten Inneneinrichtung übernommen werden.

Ein Mann steht - redend vor einigen Zuhörenden - vor einer Tafel mit einer Grafik mit der Überschrift "Museumsplan". Darüber ein Dach mit der Aufschrift "Museumsrundgang" Museumsdirektor Torsten Müller bei der Führung durchs Museumsdorf Cloppenburg. Foto: Christian Baisch/cb20260615-003/LVR Innenraum einer Diskothek mit einem Fußboden aus bunt beleuchteten Kacheln, einer Diskokugel an der Decke und diversen Dekorationselementen im Hintergrund. Rechts neben der Tanzfläche stehen zwei Frauen. Tanzfläche mit DJ-Pult in der Dorfdiskothek „Zum Sonnenstein“. Foto: Christian Baisch/cb20260615-009/LVR Breites Doppelbett vor einer großen Fototapete, die eine Palme vor einem Strand bei Sonnenuntergang oder Sonnennaufgang als Motiv hat. Neben dem Bett ein Bildschirm, das ein älteres Paar sitzend im gleichen Raum zeigt. Im Museum ausgestellt: Schlafzimmer des Betreiber-Ehepaars über der Disko. Foto: Christian Baisch/cb20260615-011/LVR

Im Mittelpunkt des zweiten Tags stand der Austausch im World Café-Format. An drei Tischen wurde dabei in wechselnden Gruppen darüber diskutiert, wie die kulturanthropologischen Schätze der Landesstellen noch stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden können. Dabei ging es unter anderem um die Rolle von Social Media und die Frage, durch welche Methoden Sammlungsbestände auch in universitärer Forschung und Lehre mehr genutzt werden können.

Um einen Tisch sitzen vier Personen. Eine stehende Frau beschriftet auf ein auf dem Tisch liegendes großes weißes Plakat etwas mit einem farbigen Stift. Kleingruppe im „World Café“. Foto: Christian Baisch/cb20260615-002/LVR

Einig waren sich die Teilnehmer*innen am Ende, dass die Kooperation unter den Landesstellen intensiviert werden soll – etwa indem gemeinsam neue Formate entwickelt werden, um Forschungsthemen der Landesstellen gezielter an Studierende und eine breite Öffentlichkeit zu vermitteln.